Niemand hört mein Schreien

Gefangen im Palast Gaddafis

Annick Cojean

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Beschreibung zu „Niemand hört mein Schreien“

„Gaddafi hat mein Leben zerstört. Niemand wird jemals erfahren, was ich erlebt habe. Niemand wird sich davon auch nur eine Vorstellung machen können. Niemand.“
Muammar al-Gaddafi propagierte einen aufgeklärten Islamismus und die Gleichberechtigung der Frau, offiziell existierte unter Gaddafi keine Gewalt gegen Frauen – dabei, so wird nun bekannt, hielt der Diktator über Jahrzehnte unzählige Mädchen und Frauen im Keller seines Palastes gefangen, misshandelte und missbrauchte sie.
Die Journalistin Annick Cojean stößt auf dieses größte Tabu in der libyschen Gesellschaft nach Gaddafis Tod: In Tripolis trifft sie die junge Soraya, die den Mut hat, das Schweigen zu brechen. Sie erzählt der Journalistin ihre Lebensgeschichte. Als Fünfzehnjährige von Gaddafi ausgewählt und von seinen Schergen entführt, wurde sie jahrelang von dem Tyrannen gedemütigt und vergewaltigt. Doch auch Gaddafis Tod bedeutet für Soraya und ihre Leidensgenossinnen nicht das Ende ihrer Qualen – sie müssen weiterhin um ihr Leben fürchten, denn ihre Familien betrachten sie als entehrt. Und auch die libysche Gesellschaft verschließt noch immer die Augen vor dem wahren Ausmaß von Gaddafis Verbrechen und ist nicht bereit, die jungen Frauen als seine Opfer anzuerkennen und ihnen Rückhalt zu bieten.
Annick Cojean ist die erschütternde und zugleich hochpolitische Schilderung eines von Gewalt und emotionaler Zerstörung geprägten Lebens gelungen. Sie wurde für diese mutige journalistische Recherche mit dem Grand Prix de la Presse Internationale 2012 ausgezeichnet.

Verlag:

Aufbau Digital

Veröffentlicht:

2013

Druckseiten:

ca. 210

Sprache:

Deutsch

Medientyp:

eBook


7 Kommentare zu „Niemand hört mein Schreien“

casertano – 28.05.2018
Traurig aber. Wahr. Ich hoffe das das so nicht mehr so ist ohne Gaddafi. Aber das niemand darüber. Spricht. Ist. Auch eine Niederlage. Für die Opfer.

Josefboehm – 22.05.2016
Das Buch ist unfassbar gut geschrieben, doch genauso unfassbar in der Handlung, es ist einerseits nicht zu begreifen, dass ein Mensch so etwas tun kann , und dass die Gesellschaft so etwas nicht hören will. In mehreren sichten unglaublich!!!

gassaiola – 29.04.2016
Sehr mutiges Thema, hoffe auf viele Leser gassaiola

eiscristal – 24.04.2016
Das Buch hat zwei Teile : den Erfahrungsbericht der jungen Libyerin und die Recherchen der Le Monde - Journalistin. Ich fühle mich tief betroffen und danke dem Schicksal, dass ich als Europäerin geboren wurde.

Lisa58 – 22.04.2016
Traurig und unfassbar !

lita72 – 17.04.2016
2. Teil zieht sich und lies sich nicht gut. Hintergrundinformationen zu Libyen wären wünschenswert.

Leseratte – 17.04.2016
Für mich eines der besten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Obwohl die Taten Gaddafis wirklich erschütternd und für uns hier in der westlichen Welt aufgewachsenen Menschen kaum in ihrer Perversität noch Brutalität nachvollziehbar sind, ist die Geschichte des jungen Mädchens gleichsam sehr einfühlsam wie tiefgründig beschrieben. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil mich das Buch mit auf eine absolut emotionale Reise mitgenommen hat, Tränen mal vor Wut, mal vor Traurigkeit kullerten, konnte ich es nicht weglegen.

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