Zwölf Produktionen, eine Spielzeit, eine Frau, die keine davon inszeniert. An ihrem ersten Arbeitstag hängt an der Wand ein leerer Spielplan: zwölf Felder, ein Jahr, kein einziger Titel. Die Intendant
Zwölf Produktionen, eine Spielzeit, eine Frau, die keine davon inszeniert. An ihrem ersten Arbeitstag hängt an der Wand ein leerer Spielplan: zwölf Felder, ein Jahr, kein einziger Titel. Die Intendantin braucht eine Stunde, um zu begreifen, dass es nicht ihre Aufgabe ist, jedes Feld selbst zu bespielen — und den Rest der Saison, um herauszufinden, was ihre Aufgabe dann eigentlich ist. Programm-Management ist die Ebene zwischen der Auswahl und der Ausführung, und in den meisten Organisationen gehört sie niemandem. Sie entscheidet nicht, was getan wird. Sie führt es auch nicht aus. Sie sorgt dafür, dass aus zwölf einzelnen Vorhaben etwas entsteht, das mehr ergibt als zwölf Ergebnisse. Und sie ist der Grund dafür, dass ein Unternehmen ein Dutzend Projekte pünktlich und im Budget abschließen kann, ohne dass sich hinterher irgendetwas verändert hätte. Zehn Kapitel folgen einer einzigen Spielzeit: von der Charter, die nicht benennt, was geliefert wird, sondern was danach anders ist, über Governance, Beteiligte, Kapazität, Abhängigkeiten und Risiko bis zu der Frage, wer den Nutzen eigentlich noch misst, wenn das Programm längst aufgelöst ist. Jedes Kapitel erzählt eine Szene aus dem Opernbetrieb und übersetzt sie am Ende in die Sprache, in der man sonst darüber spricht — kurz, nüchtern und ohne Beraterfloskeln. Für alle, die für ein Ganzes geradestehen, das sie nicht selbst herstellen. Zweiter Band der Operaneum-Reihe. Der erste Band, «Das teuerste Wort im Haus», behandelt das Portfolio-Management.