Es gibt Themen, bei denen man schon nach dem ersten Satz vorsichtig sein sollte. Gender gehört zweifellos dazu. Kaum ist ein Wort ausgesprochen, gibt es eine Meinung, eine Gegenmeinung und jemanden, d
Es gibt Themen, bei denen man schon nach dem ersten Satz vorsichtig sein sollte. Gender gehört zweifellos dazu. Kaum ist ein Wort ausgesprochen, gibt es eine Meinung, eine Gegenmeinung und jemanden, der erklärt, warum beide falschliegen.Mit den Gender-Anekdoten möchte ich es anders versuchen. Kein Ratgeber, kein wissenschaftliches Werk und kein Manifest, sondern eine Sammlung von Geschichten über eine Welt, deren Rollen sich verändern. Manchmal schnell, manchmal widerwillig und manchmal so leise, dass wir es erst später bemerken.Was früher selbstverständlich erschien, wirkt heute oft erstaunlich fremd: Männer verdienten das Geld, Frauen kümmerten sich um die Familie, usw. Doch alte Vorstellungen stecken weiterhin in unseren Gewohnheiten und Erwartungen.Das zeigt sich in kleinen Alltagssituationen: bei Komplimenten, Bewerbungen, Führungsrollen oder wenn ein Vater sein Kind aus der Kita abholt und dafür noch immer besonders gelobt wird. Man kann solche Veränderungen mit Studien und Statistiken erklären. Manchmal versteht man sie aber besser, wenn man darüber schmunzelt.Die Anekdoten erzählen von Männern und Frauen, Vätern, Müttern und Führungskräften, die sich in einer Welt mit neuen Spielregeln zurechtfinden müssen. Dabei zeigt sich immer wieder: Gut gemeint und gut gemacht sind nicht dasselbe.Gender steckt eben nicht nur in Gesetzen und Statistiken. Die Welt wird neu sortiert. Dieses Buch möchte weder anklagen noch belehren. Es möchte beobachten, aber mit einem Augenzwinkern und Sympathie für Menschen, die versuchen, es richtig zu machen und dabei feststellen, dass richtig nicht mehr ganz so eindeutig ist.Denn Gleichberechtigung macht das Leben vielleicht nicht einfacher, aber gerechter. Und auf dem Weg dorthin darf man durchaus einmal lachen, über alte Rollen, neue Regeln und die Missverständnisse dazwischen.