Hexensaat

Roman


Margaret Atwood

Schicksal & Drama

78 Bewertungen
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Beschreibung zu „Hexensaat“

Über Margaret Atwood

Margaret Atwood, geboren 1939, ist unbestritten eine der wichtigsten Autorinnen Nordamerikas. Ihre national wie international vielfach ausgezeichneten Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. »Der Report der Magd«, das Kultbuch einer ganzen Generation, wurde preisgekrönt als Serie verfilmt. 2017 erhielt sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und für ihren Roman »Die Zeuginnen« wurde sie 2019 bereits zum zweiten Mal mit dem Booker-Preis für den besten englischsprachigen Roman ausgezeichnet. Atwood lebt in Toronto.

Verlag:

Albrecht Knaus Verlag

Veröffentlicht:

2017

Druckseiten:

ca. 212

Sprache:

Deutsch

Medientyp:

eBook

Barrierefreiheitsinformationen

keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

1 Kommentar zu „Hexensaat“

sursulapitschi – 26.01.2018
Margaret Atwood schreibt mit diesem Buch eine moderne Adaption von Shakespeares Stück „Der Sturm“ und macht keine halben Sachen. Hier haben wir eigentlich den Sturm im Sturm. Zum einen hat die Geschichte des erfolgreichen Theaterregisseurs Felix, der von seinem Assistenten ausgebootet wird und sich dann in ein freiwilliges Exil begibt, deutliche Parallelen. Und dann inszeniert er das Stück auch noch 12 Jahre später als Theaterprojekt in einem Gefängnis. Felix Geschichte ist sehr fesselnd, er selbst eine tragische Figur, ein genialer Künstler, der kurz bevor er dem Größenwahn verfällt und die Bodenhaftung verliert, einen steilen Absturz hinnehmen muss und dann ein kärgliches Dasein fristet. Seine einzige Gesellschaft ist seine verstorbene Tochter Miranda. Er weiß, dass er sich ihre Gegenwart nur einbildet, ein Trost ist sie trotzdem. Shakespeares Prospero strandet mit seiner Tochter Miranda auf einer Insel, Felix haust mit Mirandas Geist in einer Kate. Man sucht überall die Parallelen. Wem mag die umtriebige Estelle entsprechen? Ist sie Ariel? Dieses Buch ist problemlos lesbar ohne das Shakespearestück zu kennen, allerdings hat man ganz sicher mehr davon, wenn man es kennt. Im günstigsten Fall kennt man es gut. Ich kenne es nicht, ahne aber jede Menge Seitenhiebe, die mit entgangen sind. Die Inszenierung im Gefängnis ist höchst originell. Die harten Knastbrüder mausern sich zu gelehrigen Schülern und engagierten Schauspielern und Felix ist ein Lehrer, wie man ihn sich wünscht. Hier wird dann tatsächlich das Shakespearestück gründlich analysiert. Das war für meinen Geschmack ein bisschen sehr viel Schulunterricht für ein Buch. Deutschlehrer könnte es allerdings inspirieren. So muss man es machen. Mit „Hexensaat“ zeigt Margaret Atwood ein weiteres Mal wie klug und vielseitig sie ist. Ich bin wieder mal beeindruckt.

Lesen. Hören. Bücher erleben.

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