Franz Kafka

Franz Kafka (1883-1924) war ein tschechiscer Schriftsteller, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb. Zu Lebzeiten musste er gegen viele Widerstände ankämpfen. Erst nach seinem Tod erlangte er Berühmtheit.

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag geboren. Er war der Sohn von Julie und Hermann Kafka, einem jüdischen Kaufmann.
Franz Kafka wurde deutschsprachig erzogen und besuchte das Deutsche Gymnasium in Prag. Nach dem Schulabschluss studierte er Jura und promovierte 1906. Im Anschluss daran arbeitete Kafka als Beamter bei verschiedenen Versicherungsanstalten, doch die Arbeit war für ihn nur das Mittel zur Finanzierung seines Lebensunterhalts. Seine eigentliche Leidenschaft war das Schreiben, dem er sich nach der Arbeit bis spät in die Nacht widmete. Bereits früh hatte Kafka seine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt, seine ersten Versuche jedoch vermutlich selbst vernichtet.
Einen großen Einfluss auf Kafkas Werke hatte das angespannte Verhältnis zu seinem Vater, der die Leidenschaft seines Sohnes nicht teilte, mehr noch, verurteilte. Charakterlich sehr unterschiedlich, gab es häufig Spannungen zwischen Vater und Sohn, die sich in Kafkas Werk widerspiegeln: Vaterfiguren werden oft als übergroße, ungerechte Charaktere dargestellt, in Briefe an den Vater greift Kafka seinen Vater sogar direkt an. Dieses Spannungsfeld trug auch dazu bei, dass Kafka ein Leben lang von Selbstzweifeln geplagt wurde, welche zusammen mit weiteren biographischen Elementen die Stimmung und Themen seiner Werke beeinflusst haben.
Ein weiteres zentrales Thema in Kafkas Werk ist die bedrohliche und düstere Welt, denen die Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegenüberstanden: durch die Industrialisierung war die Gesellschaft zunehmend technischen Neuerungen und Veränderungen ausgesetzt, was sich sowohl auf das Familien- als auch auf das Arbeitsleben auswirkte. Die Art, in der Kafka diese düsteren Bedrohungen schildert, fand mit dem Wort “kafkaesk” eine eigene Bezeichnung, die für dunkle oder bedrohliche Sachverhalte steht.
Franz Kafka starb am 3. Juni 1924 in einem Sanatorium in Kierling bei Wien, nachdem er jahrelang an einer Lungentuberkulose gelitten hatte. Bereits zu Lebzeiten hatte er viele Werke veröffentlicht, darunter Das Urteil und Die Verwandlung. Eine Vielzahl von Texten wurde jedoch erst nach seinem Tod publiziert. Max Brod, ein enger Freund und Vertrauter Kafkas, hatte sich nach dessen Tod über seinen Wunsch, alle Handschriften zu zerstören, hinweg gesetzt und so zu dem umfangreichen Werk Kafkas, das heute vorliegt, beigetragen. Das Ansehen, das Kafka heute genießt, erlangte er jedoch erst nach 1945, da seine Werke aufgrund seiner jüdischen Herkunft während des Dritten Reichs auf der Liste verbotener Bücher standen und den Bücherverbrennungen zum Opfer fielen.

Werkauswahl:

Das Urteil (1913)
Der Prozess (1914/15, Romanfragment, posthum veröffentlich)
Die Verwandlung (1915)
Brief an den Vater (1919, posthum veröffentlicht)
Ein Landarzt (1920)
Forschungen eines Hundes (1922, posthum veröffentlich)

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