Als der alte Fahrenbach, der eine zunÀchst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinter
Als der alte Fahrenbach, der eine zunĂ€chst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlĂ€sst er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.Das unerbittliche Schrillen ihres Weckers riss Bettina aus einem schönen Traum. Nein! Sie hatte keine Lust, jetzt aufzustehen, es war so gemĂŒtlich im Bett, auĂerdem wollte sie sich gern an den Traum erinnern. Doch der war wie weggewischt. Bettina rekelte sich noch ein wenig, dann sagte sie sich, dass es keinen Zweck hatte, dem Tag auszuweichen. Es wartete viel Arbeit auf sie, denn eine Aktion fĂŒr das Fahrenbach-KrĂ€utergold war der volle Erfolg. Die Bestellungen regneten nur so herein, und bei der BewĂ€ltigung dieses Ansturms wurde jede Hand gebraucht. Ein letztes Rekeln, dann öffnete sie die Augen. Etwas war anders als sonst! Bettina schlief am liebsten mit zurĂŒckgezogenen VorhĂ€ngen, da konnte sie nachts in den Sternenhimmel schauen, und morgens wurde sie hĂ€ufig durch die Strahlen der Sonne geweckt und konnte fröhlich den Tag beginnen. Mit einem Satz sprang sie aus dem Bett und rannte zum Fenster. Sie konnte kaum glauben, was sie da sah. Ăber Nacht hatte es krĂ€ftig geschneit. Vor ihr lag eine mĂ€rchenhafte Winterlandschaft, die in ihrer UnberĂŒhrtheit ans Herz ging. Sie hĂ€tte mit allem gerechnet, aber nicht mehr mit Schnee. Sie war schon der Meinung gewesen, einen Winter ohne Schnee erleben zu mĂŒssen. Und jetzt diese Pracht. Und es schneite noch immer munter weiter. Dicke Schneeflocken tanzten vom bleigrauen Himmel, der wirklich alle Schleusen geöffnet zu haben schien, um die Erde in ein weisses Kleid zu kleiden. Als Kind hatte sie den Winter geliebt, war schon beim ersten Fallen des Schnees in den Garten gerannt, hatte SchneemĂ€nner gebaut.