Endlich Ben

Transgender – Mein Weg vom Mädchen zum Mann

Benjamin Melzer

SPIEGEL Bestseller Paperback Gleichberechtigung & Geschlechterdebatten Erfahrungsberichte

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Beschreibung zu „Endlich Ben“

Yvonne ist ein echter Wildfang – und gibt sich selbst Jungennamen. Mit »Mädchenkram« kann sie nichts anfangen. In der Pubertät erkennt sie: Sie liebt Mädchen, fühlt sich aber nicht lesbisch. Sie spürt, dass sie im falschen Körper lebt.
Doch es braucht noch weitere fünf Jahre, bis sich Yvonne auf den langen, schmerzvollen Weg der Angleichung begibt. Nach einer Hormonbehandlung und 14 Operationen ist Benjamin »Ben« Melzer in seinem Männerleben angekommen. Sein sportliches Talent setzt er nun als Fitness-Coach und Model ein.

Benjamin Melzer spricht unverblümt über seinen schmerzhaften Weg, misslungene Penis-Prothesen-Operationen, seelische Tiefs und wie er sich wieder an die Oberfläche kämpfte. Mit seiner Geschichte möchte er anderen Betroffenen und Eltern von Transkindern Mut machen.

Verlag:

Eden Books - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe

Veröffentlicht:

2020

Druckseiten:

ca. 140

Sprache:

Deutsch

Medientyp:

eBook


2 Kommentare zu „Endlich Ben“

Christine – 11.10.2021
Dieses Buch ist der perfekte Beweis dafür, dass man auch als trans Mensch transfeindlich sein kann. So sehr es mich auch freut, dass in letzter Zeit immer mehr Bücher zu diesem wichtigen Thema erscheinen - ich habe mich auch freut, dass immer mehr Bücher zu diesem Thema erscheinen - ich habe mich so unwohl gefühlt beim Lesen von „Endlich Ben“. Das Buch ist voller verletzender Aussagen und Klischees, und manchmal hatte ich das Gefühl, dass es nur geschrieben wurde, um cis Menschen zu gefallen. Hier ein paar Beispiele: • Der Autor verwendet die Wörter trans und transgender ausschließlich als Substantive (obwohl sie Adjektive sind), und bezeichnet trans Menschen ständig als „die Transgender“, „einige Transgender“, „alle Transgender“ etc. – mein „Highlight“ dabei: „Hast du Tipps, wie man als Trans Frauen kennenlernen kann?“ Das klingt extrem abwertend und erweckt den Eindruck, als gäbe es drei Kategorien: „die Männer“, „die Frauen“ und „die Transgender“. Warum das falsch ist, muss ich ja wohl hoffentlich nicht erklären. • In den Zitaten seiner Mitmenschen wird der Autor ständig misgendert und bei seinem Deadname genannt. Außerdem misgendert er sich auch sehr oft selbst. • Der Autor bezeichnet Binder und Packer als mehrmals dämlich und peinlich. Ist ja schön, dass er selbst diese Hilfsmittel nicht brauchte, aber für viele trans Menschen sind sie sehr wichtig, um die eigene Dysphorie zu lindern und sich mit sich selbst wohlzufühlen. • Das Buch ist sehr binär und biologistisch geschrieben. Ständig geht es um das „biologische Geschlecht“ und darum „ein richtiger“ Mann zu sein. • Der Autor misgendert und deadnamed nicht nur sich selbst, sondern auch andere trans Menschen. • Ein Zitat über das Outing bei einem Freund der Familie: „Erstaunlicherweise traf mich seine [negative] Antwort kaum, vielleicht, weil ich den Mann nie sonderlich sympathisch gefunden hatte. Vielleicht auch, weil er türkischer Herkunft und Moslem war und ich seine Reaktion daher einordnen konnte. Das machte es mir leichter, mich abzugrenzen.“ Für mich klingt das ziemlich rassistisch. • Mit am schlimmsten fand ich das Kapitel über seine Therapeut*innen-Suche. Hier ein paar Zitate: „Kaum hatte ich geklingelt, öffnete mir ein Mann in Frauenkleidern.“, „Meine ‚Therapeutin‘ erklärte mir einleitend, sie selbst sei Hermaphrodit, also ein Mensch, der mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen auf die Welt gekommen ist.", „Aber würde dieser fette Kerl in Frauenklamotten mir helfen, meinen Weg zu finden?“ Mit diesem Textabschnitt ist so viel falsch, dass mir echt die Worte fehlen… Transfeindlichkeit, Interfeindlichkeit, Fettfeindlichkeit – das volle Programm. • Der Autor stellt seinen Weg immer wieder als den einzig richtigen und vernünftigen Weg dar und beleidigt dabei (direkt und indirekt) trans Menschen, deren Transition anders aussieht. Beispiele: „Das macht erstaunlicherweise nicht jeder Transgender so. Warum die zahlreichen OPs einzeln beantragen, wenn das Ganze dann umso länger dauert?“, "Wir Transgender verlieren diese Fähigkeit [zum Kinder Zeugen] im Zuge der kompletten Transformation. Das ist schon bitter, aber es führt kein Weg dran vorbei." Nicht alle trans Menschen wollen eine „komplette“ Transition machen. Manchen Menschen reichen Hormone, andere wiederum wollen bestimmte OPs und keine Hormone, es gibt auch trans Menschen, die überhaupt keine medizinischen Prozeduren machen wollen – das macht sie aber nicht weniger trans. • Es wird ständig von trans Männern (bzw. von „Transgendern“) und „normalen Männern“ gesprochen: „[…] selbst bei den meisten normalen Männern […]“, „Aber welcher normale Mann hat schon riesige Narben an den Brüsten?“ Trans Männer sind nicht weniger normal als cis Männer. • „Dass ich hier all diese Details meiner Geschlechtsanpassung preisgebe, ist übrigens ungewöhnlich in der Transcommunity. Aber ich kann mit deren Regeln wenig anfangen –und ich will mich nicht verstecken.“ Ah ja, die berühmte Transcommunity, die sich regelmäßig trifft und festlegt, was man als trans Mensch darf und was nicht… So einen Unsinn habe ich echt noch nie gehört. Natürlich hat jeder trans Mensch dazu eine andere Meinung - manche möchten über ihre eigene Transition reden und andere eben nicht. Beides ist völlig legitim, und niemandem wird dabei irgendwas verboten. • Der Autor beleidigt andere trans Menschen wegen ihres Aussehens: „Und einen zwei Meter großen Uwe mit Schuhgröße 45 können kein noch so patenter Chirurg und versierter Endokrinologe in eine Elfe verwandeln. Der ausgeprägte Kehlkopf, die tiefe Stimme –all das lässt sich auch als Ulrike nicht wieder zurückbilden. Ein gutes Beispiel ist die bekannte Transfrau Caitlyn Jenner. Trotz der Schönheits-OPs ist unter den langen Haaren noch immer der ehemalige Zehnkämpfer Bruce zu erkennen.", „Ich erkenne es sofort, wenn jemand spät operiert wurde.“ • Noch mehr Fettfeindlichkeit: „Wenn du einen schönen Körper haben willst, musst du richtig dafür rackern.“ • Und hier noch ein paar Zitate, die nicht in die oberen Kategorien passen und einfach nur transfeindlich sind: „Was muss das für ein Schock für alle Beteiligten sein, wenn zum Beispiel der Vater plötzlich eine Mutter sein will.“, „Es gibt ein paar Beispiele von schwangeren Vätern. Das sind dann Betroffene, die zwar wie Männer aussehen, aber noch Eierstöcke und Gebärmutter haben.“, „Wir ehemaligen Frauen haben da nur weniger Material zum Verarbeiten.“ Trans Frauen wollen keine Frauen sein – sie sind Frauen. Und trans Männer sind keine Frauen, die aussehen wie Männer, oder „ehemalige Frauen“ – sie sind Männer. Alles in allem: keine Empfehlung! Da gibt es bessere Bücher!

Jaci – 25.09.2021
Sehr ehrliche, autobiografische Geschichte eines Transmannes. Gerade die Passagen zu den OPs und zu den medizinischen Einzelheiten helfen sicherlich auch anderen Menschen, die einen ähnlichen Weg gehen. Formal gesehen ist es jetzt kein literarisches Meisterwerk, sehr locker geschrieben, eher, als würde er mit einem schnacken, statt ein Buch zu schreiben.

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