Die fremde Reformation

Luthers mystische Wurzeln

Volker Leppin

500 Jahre Reformation Neuzeit

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Buchbeschreibung zu „Die fremde Reformation“

Die Reformation gilt als Zäsur, mit der das Mittelalter endet. Volker Leppin zeigt demgegenüber, dass der junge Luther einer von vielen mystischen Schriftstellern war, und führt uns eine Reformation vor Augen, die viel mittelalterlicher und fremder ist, als es die Meistererzählungen von diesem „Umbruch“ wahrhaben wollen. Der Thesenanschlag zu Wittenberg, die Urszene der Reformationsgeschichte, hat nicht stattgefunden. Vielmehr hat Luther an diesem Tag ein „Disputationszettelchen“ verschickt, so wie es akademischer Brauch war. Diese und viele andere überraschende Erkenntnisse lassen sich gewinnen, wenn man Luther konsequent in seinem spätmittelalterlichen Umfeld betrachtet. Rechtfertigungslehre und „Priestertum aller Gläubigen“, Predigtgottesdienst, Papstkritik und landesherrliches Kirchenregiment – all dies war selbstverständlicher Teil des spätmittelalterlichen Spektrums an Positionen und Protesten. Neu war allerdings die Art, wie Luther diese Elemente miteinander verband und von unterschiedlichen Interessengruppen zum Vordenker erhoben wurde. Erst diese Gemengelage führte zur Zuspitzung des Konflikts mit Rom. Vergessen und verdrängt wurden dabei Luthers mystische Wurzeln. Volker Leppin ruft sie anschaulich in Erinnerung und gibt Luther den spätmittelalterlichen Kontext zurück, der ihm von Protestanten wie Katholiken seit Jahrhunderten vorenthalten wird.

Über Volker Leppin

Volker Leppin, Dr. theol., Jahrgang 1966, studierte in Marburg, Jerusalem und Heidelberg Evangelische Theologie und Germanistik. Er ist Professor für Kirchengeschichte an der Eberhard Karls-Universität Tübingen und Leiter des Instituts für Spätmittelalter und Reformation. Leppin ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.


Verlag:

C.H.Beck

Veröffentlicht:

2016

Druckseiten:

ca. 201


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