Sylvio Matti-Pasquale, einst ein Landjunker, der ein großartiges Leben führen wollte, wie die von den Medien gefeierte Prominenz, wird zu einem anerkannten Literaturkritiker. Obwohl er als Meinungsmac
Sylvio Matti-Pasquale, einst ein Landjunker, der ein großartiges Leben führen wollte, wie die von den Medien gefeierte Prominenz, wird zu einem anerkannten Literaturkritiker. Obwohl er als Meinungsmacher hochangesehen ist, nimmt die Verlagsszene seine Ambitionen als Schriftsteller nicht ernst. Sylvios Ehrgeiz wuchert, während er durch Herrn Bürger, seinen alkoholsüchtigen ehemaligen Chef, der immer wieder seinen Weg kreuzt, an seine harte Vergangenheit erinnert wird. Seine Gefährtin Bernadette ist ein Ruhepol in seinem Dasein, aber sein fieberhaftes Streben nach Anerkennung bewirkt Konflikte. Herr Lorenz, ein berühmter, blinder Autor in Pension, ermutigt Sylvio in seinen Ambitionen, während dieser ihm seine wahre Identität als Starkritiker verheimlicht, um die gefürchteten Vorurteile zu vermeiden. Als Sylvio beauftragt wird, Luis Marchwald, zu interviewen, einen verurteilten Mörder, der im Gefängnis zu einer Berühmtheit der Literaturszene geworden ist und dessen Bücher sich in hohen Auflagen verkaufen, beginnt Sylvios Frust zu brodeln. Als dann auch noch Bürgers unbegabte Tochter Britta als Shooting-Star unter den Romanautoren gehandelt wird, treibt Sylvios Frust psychotische, aber kreative Blüten: Er entwickelt die Romanfigur Ravyn, eine mittelalterliche Maid, die ohne es zu wissen einem uralten Magiergeschlecht entstammt. Ravyn wächst als Bauernmädchen mit drei Schwestern auf und entdeckt durch schmerzhafte Enttäuschungen und Qualen der Selbstfindung, wer sie wirklich ist. Realität und Romanwelt vermischen sich bald für Sylvio, besonders da er Marchwalds Erfolg dokumentieren muss: Sein Plan reift, selbst zum Mörder zu werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ravyn plant den Mord an Kenneth, ihrem besten Freund aus Kindertagen, der sie an ihre gehasste Vergangenheit binden würde. Aber sie begibt sich zunächst auf eine Reise, um ihresgleichen zu suchen. Herr Lorenz spürt Sylvios inneres Chaos und versucht, ihn zu besänftigen, doch Sylvio hat bereits den alten Bürger als Opfer ausgewählt. Inzwischen findet Ravyn ihren einzigen lebenden Blutsverwandten, Onkel Myras, und sie entfaltet ihre magischen Fähigkeiten und genießt den Status einer vom Volk gefürchteten Zauberin. Wird Sylvio also den geplanten Mord wirklich begehen? Und was wird aus seinem Geschöpf Ravyn? Die Geschichte ist an einen wahren Kriminalfall der 1990er-Jahre in Österreich und die Bekanntschaft der Autorin/Journalistin mit dem später verurteilten Serienmörder Jack Unterweger angelehnt.