GegenStandpunkt 4-17
Politische Vierteljahreszeitschrift
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Beschreibung zu âGegenStandpunkt 4-17â
Bei wichtigen Nachbarn sind die Wahlen im ersten Halbjahr 2017 nach deutschem Geschmack gar nicht schlecht ausgefallen: Unbeschadet aller nationalen SchÀden und Unzufriedenheit in den PartnerlÀndern k
Bei wichtigen Nachbarn sind die Wahlen im ersten Halbjahr 2017 nach deutschem Geschmack gar nicht schlecht ausgefallen: Unbeschadet aller nationalen SchĂ€den und Unzufriedenheit in den PartnerlĂ€ndern kein Durchbruch fĂŒr offensiv antieuropĂ€ischen, womöglich antideutschen Nationalismus, sondern lauter Bekenntnisse zur Alternativlosigkeit eines Europas unter deutscher FĂŒhrung!Auch in Deutschland bekommt der WĂ€hler das Wort. Der will auch nach 12 Jahren weiter von Merkel regiert werden. Alles, was ihm links vorkommt, verbannt er ins untere Drittel. Und â fĂŒr die etablierten Parteien das Wichtigste â: Nur zu einem Achtel findet er seinen Fremdenhass und seine Heimatliebe erst durch die alternative Rechtspartei hinreichend bedient â womit er ganz richtig liegt. Seine Republik bietet ihm mit ihrem Jamaika-Getue hier, dem groĂ inszenierten Ringen um die Bildung einer GroĂen Koalition dort, beides: Nationalismus in konservativ-höflichem Gewand.Auch ohne Radau der Marke Trump verfolgen alle Parteien, die ums Regieren konkurrieren, als ihren âWĂ€hlerauftragâ mehr oder weniger entschieden eine Generallinie, die den Verfassungsauftrag âDeutschland zuerstâ ziemlich Trump-mĂ€Ăig buchstabiert. Von dem Bekenntnis zu Europa, der europaweiten ZustĂ€ndigkeit fĂŒrs globale Elend und fĂŒr die zusehends ruinierten natĂŒrlichen Existenzbedingungen rĂŒckt zwar keine Partei ab. Doch in der Sache steht ĂŒber allem anderen der Imperativ der âschwarzen Nullâ. âNicht mit unserem Geld!â lautet die Linie kurz und schlicht. Die EU-Partner mögen ambitionierte EU-Einigungs- und ErneuerungsplĂ€ne vorlegen oder mehr oder weniger von der Fahne gehen: Die Berliner sorgen sich darum, dass nichts davon den deutschen Haushalt belasten soll. Die natĂŒrlichen Lebensbedingungen mögen weltweit und in bundesdeutschen GroĂstĂ€dten vor die Hunde gehen: Die âVersöhnung von Ăkonomie und Ăkologieâ, Marke Berlin, darf nichts kosten, schon gar nicht Bruchteile des deutschen Wirtschaftswachstums. Die weltweiten Fluchtbewegungen mögen halbe Kontinente durcheinander bringen: Deutschland bekĂ€mpft die Fluchtursachen, indem es nach KrĂ€ften schon im Vorfeld die Fluchtwege verlegt. Allenfalls Lager in der Sahara und Abschiebungen, gerne auch in Todeszonen, lassen die Berliner sich ein bisschen was kosten.*Anderswo in Europa, in Katalonien, werden die Massen als unzufriedenes Volk fĂŒr das Programm eines âeigenenâ Staats mobilisiert und gegeneinander aufgebracht. Dagegen macht die Madrider Zentrale ihren Anspruch auf ganz Spanien mit all ihrer Macht geltend. Ein Kampf um nationale SouverĂ€nitĂ€t mitten in Europa, der auch die EU und ihre VormĂ€chte zu einer Klarstellung bewegt: Staatliche SouverĂ€nitĂ€t ist nichts, was sich die Regierten wĂ€hlen können. Das âvereinte Europaâ grĂŒndet auf der Gewalt der beteiligten Staaten â daran soll sich der unzufriedene Nationalismus gefĂ€lligst ausrichten.*Ein Kampf um SouverĂ€nitĂ€t tobt auch und noch ganz anders zwischen Nordkorea und den USA. Da will ein Staat sich gegen die USA Anerkennung seiner nationalen SelbstĂ€ndigkeit verschaffen â mit den allerobersten Mitteln militĂ€rischen Drohpotentials. Das Respekt vor der SouverĂ€nitĂ€t eine Frage der abschreckenden Gewalt ist, darĂŒber hat sich Nordkoreas FĂŒhrung durch die Feindschaft der USA belehren lassen â und das bestĂ€tigt die Weltmacht laufend mit ihrer unerbittlichen Gegnerschaft und ihrem Anspruch auf âUnverwundbarkeitâ.
Verlag:
Gegenstandpunkt
Veröffentlicht:
2017
Druckseiten:
ca. 164
Sprache:
Deutsch
Medientyp:
eBook
Barrierefreiheitsinformationen
keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
Barrierefreiheit
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