Die TĂŒr flog auf. Ein junges MĂ€dchen wirbelte mit fröhlichem Lachen ins Zimmer und flĂŒchtete sich hinter den Sessel, in dem die Mutter lesend saĂ. »Kerstin, ich wette, dass du wieder etwas angestellt
Die TĂŒr flog auf. Ein junges MĂ€dchen wirbelte mit fröhlichem Lachen ins Zimmer und flĂŒchtete sich hinter den Sessel, in dem die Mutter lesend saĂ. »Kerstin, ich wette, dass du wieder etwas angestellt hast«, meinte Frau Vera Zeller. Sie legte ihr Buch aus der Hand und schaute zĂ€rtlich in das erhitzte Gesicht ihrer Tochter. Noch bevor die AchtzehnjĂ€hrige antworten konnte, ging abermals die TĂŒr auf. Ein hochgewachsener Mann mit dunkelblondem, gewelltem Haar und grauen, wachen Augen erschien auf der Schwelle. Er blieb stehen, schob lĂ€ssig seine HĂ€nde in die Hosentaschen seiner grauen Sporthose und sah das MĂ€dchen von unten herauf an. »Gib mir sofort den WagenschlĂŒssel, du kleine Kröte«, knurrte er und ging mit wiegenden Schritten auf seine Pflegeschwester zu. Kerstin Zeller hielt den AutoschlĂŒssel in der hochgehobenen Hand und lachte ihm spitzbĂŒbisch entgegen. »Hol ihn dir doch, du Feigling«, erwiderte sie und trat rasch einige Schritte zurĂŒck. »Aber dazu mĂŒsstest du mich erst haben.« Ein perlendes LĂ€cheln begleitete ihre Worte. »Ich habe dich noch immer ĂŒberrumpelt, mein Schatz«, lieĂ sich der junge Mann vernehmen. In seinen grauen Augen nistete der Schalk, wĂ€hrend er mit einer raschen Bewegung einen Sessel beiseiteschob. Ein fröhliches Treiben begann, das Frau Vera mit wachsender Begeisterung verfolgte. Und schon fĂŒhlte sich Kerstin in die Höhe gehoben und gegen die Wand gedrĂŒckt!