Im Oktober 1989 begann für eine buntgemischte Truppe von 27 ÖsterreicherInnen in Wien eine viermonatige Reise überland durch Afrika – in zwei umgebauten, zebragestreiften 14-Tonner-M.A.N-Diesel-Lkw „T
Im Oktober 1989 begann für eine buntgemischte Truppe von 27 ÖsterreicherInnen in Wien eine viermonatige Reise überland durch Afrika – in zwei umgebauten, zebragestreiften 14-Tonner-M.A.N-Diesel-Lkw „Tarzan“ und „Uhuru”, ein Packwagen mit Aussichtsgalerie und ein Passagierwagen mit Plüschsitzen. Von Beginn an galt es, in der Sardinendosenatmosphäre mit viel lauter Musik die Nerven zu behalten, denn nichts war, wie es sein sollte: Nur 13 Abenteurer erreichten im Februar 1990 das Ziel Tiwi-Beach, nahe Mombasa. Einige rüsteten schon nach zwei Wochen in Algerien ab, andere verließen später voller Wut und Enttäuschung irgendwo in Afrika fluchtartig die Gruppe. Heimreise per Flugrettung und andere Dramen inklusive. Wieder andere warfen kurz vor dem Ziel das Handtuch ... denn: Der Organisator der Reise wollte die zwei Lkw so schnell wie möglich nach Kenia überstellen und dies durch das Reisegeld der TeilnehmerInnen finanzieren. Er hatte nie die Absicht, das versprochene Afrikaerlebnis zu bieten. Bittere Streitigkeiten in der Gruppe, Unfälle, Pannen, Sabotage als letztes Mittel, Aufenthalte durchzusetzen, Malaria und rätselhafte Erkrankungen, körperliche Entbehrungen wochenlang, Alkoholismus, schwierigste Wegverhältnisse, Wassermangel, undichte Zelte, hygienisch katastophale Zustände, Fahrzeuge, die buchstäblich zusammenbrachen ... sind nur einige der Highlights. Aber wer es verstand, die Härten zu meistern, wer Gruppendynamik als lehrreich hinnahm, wer sich körperlich und geistig als stark und wendig genug erwies, begabt mit rettendem Humor, konnte ein Stück Afrika mit nach Hause nehmen, das andere Reisende niemals erleben werden. Wildes, gefährliches, wunderschönes und unverfälschtes Afrika. Die Schätze des Kontinents zeigten sich prachtvoll: grüne, dampfende Dschungelhöllen, wilde Flüsse, glühende Wüsten mit stillen Bewohnern, gigantische Vulkane, versteckte Pygmäendörfer, endlose Savannen mit ihren Stimmen und Düften, Gorillas, Okapis, malerisch furchtbare Unwetter, betörende Sonnenuntergänge ... Die Autorin ist trotz aller erlebten Härten verliebt aus Afrika zurückgekehrt: in eine prickelnde Ahnung von Freiheit, in den Geruch der Holzkohlenfeuer, des dampfenden Waldbodens, in die ruhige Anmut der Tiere, den Genuss von tröstlich süßen Früchten und in das einzigartige Gefühl, irgendwo im Garten Eden zu sein, ganz früh am Morgen, wenn man sich mit feuchten Haaren aus dem Schlafsack schält, umringt von kichernden Kindern mit glänzenden, neugierigen Augen ...