August Sperls "Der Bildschnitzer von Würzburg" entfaltet als historischer Roman ein vielschichtiges Bild des fränkischen Spätmittelalters, in dessen Zentrum die Welt des Holzbildhauers, der
August Sperls "Der Bildschnitzer von Würzburg" entfaltet als historischer Roman ein vielschichtiges Bild des fränkischen Spätmittelalters, in dessen Zentrum die Welt des Holzbildhauers, der Zünfte und der städtischen Machtverhältnisse steht. Mit erzählerischer Genauigkeit verbindet Sperl kunsthandwerkliche Milieuschilderung, religiöse Spannung und politisches Zeitkolorit; sein Stil ist anschaulich, quellenbewusst und von jener historischen Einfühlung geprägt, die regionale Geschichte in literarische Gestalt überführt. August Sperl gehörte zu den Autoren, die Geschichte nicht bloß als Kulisse, sondern als geistigen Erfahrungsraum verstanden. Seine Beschäftigung mit süddeutscher, besonders fränkisch-bayerischer Vergangenheit, mit alten Städten, Archiven, Kunstdenkmälern und sozialen Ordnungen dürfte den Stoff dieses Romans wesentlich bestimmt haben. In der Figur des Bildschnitzers verdichtet sich Sperls Interesse an schöpferischer Arbeit, bürgerlicher Selbstbehauptung und den Konflikten zwischen Kunst, Glauben und Obrigkeit. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Romane mit kultureller Substanz schätzen. Wer sich für Würzburg, mittelalterliche Kunst, Handwerksgeschichte oder die literarische Rekonstruktion vergangener Lebenswelten interessiert, findet hier eine ebenso lehrreiche wie atmosphärisch dichte Lektüre.Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern.- Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor.- Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.