Pique-Aß entfaltet, schon im programmatischen Titel, ein Spiel aus Zufall, Kalkül und gesellschaftlicher Maskierung. Klaußmann verbindet die Spannung der Unterhaltungsprosa des späten 19. Jahrhunderts
Pique-Aß entfaltet, schon im programmatischen Titel, ein Spiel aus Zufall, Kalkül und gesellschaftlicher Maskierung. Klaußmann verbindet die Spannung der Unterhaltungsprosa des späten 19. Jahrhunderts mit genauer Beobachtung bürgerlicher Milieus: Karten, Einsätze und geheime Absichten werden zu Zeichen einer Welt, in der Charakter und Schicksal fortwährend geprüft werden. Der Stil ist erzählerisch zügig, pointiert und zugleich von jener moralischen Aufmerksamkeit geprägt, die populäre Prosa der Gründerzeit häufig auszeichnet. A. Oskar Klaußmann gehörte zu den produktiven deutschen Schriftstellern und Journalisten seiner Epoche. Seine Nähe zum Feuilleton, seine Vertrautheit mit zeitgenössischen Debatten und sein Sinn für dramatische Zuspitzung erklären die Lebendigkeit dieses Buches. Klaußmann schrieb aus einer Kultur heraus, die zwischen Fortschrittsglauben, sozialer Unsicherheit und Faszination für Abenteuer schwankte; Pique-Aß lässt sich als literarische Verdichtung solcher Erfahrungen lesen. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die historische Unterhaltungsliteratur nicht nur als spannende Lektüre, sondern als Dokument mentalitätsgeschichtlicher Interessen begreifen. Pique-Aß bietet Intrige, Tempo und Zeitkolorit—und eröffnet zugleich einen aufschlussreichen Blick auf Erzählformen, Wertvorstellungen und Vergnügungskultur des deutschen Kaiserreichs.Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern.- Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor.- Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.