Da sah ich, eigentlich ganz zufÀllig, einen Àlteren Mann in den Laden hineingehen, der trotz der sommerlichen Temperaturen einen Mantel trug, einen ziemlich schÀbigen. Es bedurfte keines Scharfsi
Da sah ich, eigentlich ganz zufĂ€llig, einen Ă€lteren Mann in den Laden hineingehen, der trotz der sommerlichen Temperaturen einen Mantel trug, einen ziemlich schĂ€bigen. Es bedurfte keines Scharfsinns zu erkennen, dass es sich um einen der Penner handelte, die heute wie Pilze aus der Erde schieĂen.
Ich weiĂ nicht, wie ich ĂŒberhaupt dazu gekommen bin, dem Mann meine Beachtung zu schenken, aber ich tat es, obwohl ich â weiĂ Gott â genug mit mir zu tun gehabt hĂ€tte. Schon als er sich dem Laden nĂ€herte, lĂ€uteten in mir die Alarmglocken â sinnbildlich natĂŒrlich.
Schwer erklĂ€rbar, aber es Ă€hnelt dem GerĂ€usch, als wĂŒrde man hauchdĂŒnnes Seidenpapier in StĂŒcke reiĂen. Das GefĂŒhl war mir keinesfalls neu und ich wusste, dass es kein gutes ist.
Der Mann verschwand also im Laden, und auf mein heiligstes Ehrenwort, er kam nie wieder von dort heraus.
Bis zum spĂ€ten Nachmittag habe ich aus einer inneren Unruhe heraus alles genau ĂŒberwacht. Ich wusste natĂŒrlich noch nichts Genaues, wie auch. Dann habe ich mich ĂŒberwunden und bin in den Laden gegangen.
Kaufte Zigaretten, um keinen Argwohn zu erwecken, obwohl ich mir schon vor Jahren das Rauchen abgewöhnt habe.
Von dem Manne keine Spur, er war wie in Luft aufgelöst. Es gab keine HintertĂŒr oder einen Ausgang, den ich nicht von meiner Bank aus gesehen hĂ€tte. SelbstverstĂ€ndlich habe ich die Toilette ĂŒberprĂŒft.
Ja, selbst die âFĂŒr Damenâ! Nichts! Er war und blieb verschwunden. In der Folge habe ich dann den Laden beinahe tĂ€glich ĂŒberwacht.
Und, ahnen Sie, was passierte? Jawohl; es kam zu Wiederholungen!
Ich habe genau Buch gefĂŒhrt. Aufzeichnungen gemacht, die mit Tag und Stunde beweisen, dass in diesem Laden Menschen verschwinden. Menschen, die anscheinend keiner vermisst.