Michael Augustin kommt viel rum. In seinem neuen Band erweist sich der Meister der Text-Miniaturen und KĂŒrzest-Gedichte auch als groĂer Könner des Erlebens: Im Inneren Spanien wird er als gesuchter Ve
Michael Augustin kommt viel rum. In seinem neuen Band erweist sich der Meister der Text-Miniaturen und KĂŒrzest-Gedichte auch als groĂer Könner des Erlebens: Im Inneren Spanien wird er als gesuchter Verbrecher prĂ€sentiert, in Belfast betritt er einen Buchladen, dessen Nachbarhaus just in diesem Augenblick von einer Bombe zerrissen wird und in Nicaragua staunt er wĂ€hrend einer StraĂenlesung ĂŒber eine Poesieantenne. "Der Bahnhof fĂ€hrt ab" versammelt nun besondere EindrĂŒcke und Momente aus seinen zahlreichen Reisen. In kurzen Sequenzen spinnt Augustin seine Erlebnisse zu einem Netz rund um den Globus und lĂ€sst darin Orte, Gegenden und Menschen witzig und hintergrĂŒndig immer wieder neu in Beziehung treten. Wenn der Protagonist etwa aus einem Kölner Fenster schaut, meint er schon die weiten Steppen Russlands zu erkennen, am Hafen in Palermo blickt er seinem Landsmann Goethe entgegen und wird wenig spĂ€ter in einer Radio-Livesendung in Kashmir gebeten, etwas ĂŒber das Plattdeutsche zu erzĂ€hlen. Das Heimische in der Ferne und die Ferne in der Heimat sind Thema in Michael Augustins Reisebildern. Aber auch die Erkenntnis: "Jede Gegend hat ihren ganz eigenen Mond".