Marguerite Porete

Textauswahl und Kommentar von Gerhard Wehr

Gerhard Wehr Marguerite Porete

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Beschreibung zu „Marguerite Porete“

"Ihr Leben löst die Wahrheit ihres Buches ohne Worte ein." Franz-Josef Schweitzer

Marguerite Porete hatte in einer ebenso überzeugenden wie herausfordernden Weise das Wort ergriffen und Widerhall unter dem Kirchenvolk ihrer Region gefunden. Ihr oblag es, einen Stufenweg der Seele zu Gott zu zeigen. Sie legte in temperamentvollen, bisweilen enthusiastischen Dialogen dar, wie sich die erleuchtete Seele von den Unzulänglichkeiten der menschlichen Vernunft wie auch der herkömmlichen Tugenden zu verabschieden habe, um sich in hingebungsvoller Liebe mit der Gottesliebe zu verbinden, einer Verbindung, die eine ungeahnte Freiheit des Geistes (spiritus libertatis) eröffnet. Sich selbst versteht diese ihres Adels bewusste Seele als eine Herrin über die Tugenden und als eine geradezu ebenbürtige Tochter der Gottheit.

Marguerite Porete hat mit ihrer tief im menschlichen Geist verankerten Liebe zu Gott das christliche Denken nachhaltig beeinflusst. Wie viele andere - gerade weibliche - vordenkende Mystiker musste auch sie für das Eintreten für ihre Glaubensweise auf dem Scheiterhaufen mit dem Leben bezahlen. Die den Beginen angehörende französischsprachige theologische Schriftstellerin war für eine Frau ihrer Zeit äußerst gebildet und vertrat ihre Ansichten zu öffentlich, und das ohne ihre Lehre als einer Gottesoffenbarung entsprungen zu bezeichnen, was im frühen Mittelalter meist der einzige Weg war, als theologisch in der Öffentlichkeit agierende Frau nicht in Konflikt mit der mittelalterlichen Inquisition zu kommen. Enthusiasmus rief Marguerite Porete unter den Gläubigen mit ihrer Lehre hervor, in der der Spiegel die etappenweise Befreiung der menschlichen Seele aus der weltlichen Abhängigkeit hin zu Gottes allmächtiger Liebe versinnbildlicht.

Über Gerhard Wehr

Gerhard Wehr, Dr. theol. h.c., geb. 1931, 1971-1990 Lehrauftrag an der Diakonenschule (Fachakademie f. Sozialpädagogik) Rummelsberg, ist Diakon der bayerischen Landeskirche, lebt als freier Schriftsteller in Schwarzenbruck bei Nürnberg. Er ist Verfasser zahlreicher Studien zur neueren Religions- und Geistesgeschichte sowie von Textausgaben aus dem Bereich der Mystik. Seine Biographien über C.G.Jung, Martin Buber, Jean Gebser u.a. sind in zahlreichen europäischen und asiatischen Sprachen verbreitet.
Jüngste Veröffentlichungen: Christliche Mystiker von Paulus und Johannes bis Simone Weil und Dag Hammarskjöld (2008); Der Chassidismus - Gott in der Welt lieben (2009); Jakob Böhme. Ursprung, Wirkung, Textauswahl (2010).


Verlag:

marixverlag

Veröffentlicht:

2014

Druckseiten:

ca. 116

Sprache:

Deutsch

Medientyp:

eBook


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