Dieser ErzĂ€hlband liest sich wie ein fragmentarischer Roman. Seine Szenen umkreisen den Schmerz der Protagonistin ĂŒber den zu frĂŒhen Tod der Mutter. Sie wĂ€chst mit den vier GroĂeltern â allesamt eindr
Dieser ErzĂ€hlband liest sich wie ein fragmentarischer Roman. Seine Szenen umkreisen den Schmerz der Protagonistin ĂŒber den zu frĂŒhen Tod der Mutter. Sie wĂ€chst mit den vier GroĂeltern â allesamt eindrĂŒckliche Charaktere â und einem trinkenden Vater auf, bis die Belagerung Sarajevos die Familie zerteilt. Die Mutter taucht in Familienlegenden und ErzĂ€hlungen der Erwachsenen auf, in kindlichen Phantasien, als Lied aus dem Radio oder Geruch in der Erinnerung an die zahlreichen Friedhofsbesuche mit den GroĂeltern â aber auch als lĂ€ssige GesprĂ€chspartnerin in Leviâs Jeans, die mit der jugendlichen Lejla rauchend im Park sitzt. Dabei berĂŒhrt die Autorin so viele tabuisierte, schwere Themen wie den Verlust naher Menschen, Ăngste und Depression, Liebe und Verbundenheit zwischen zwei Frauen sowie die Suche nach IdentitĂ€t, wenn das eigene Land zerfĂ€llt und die Gegenwart absurd ist, wie der Zug nach Belgrad, der an drei Landesgrenzen Lok und Schaffner wechseln muss. Es sind Geschichten, die tief berĂŒhren und uns am Ende bewegt zurĂŒcklassen.