Doro, eine junge Malerin aus emotionalem Selbstzweck wird zu einer Berühmtheit der Kunstszene. Eines Tages erwacht sie auf einem Bauernhof in den Bergen: entführt. Sie glaubt in den Entführern rechtse
Doro, eine junge Malerin aus emotionalem Selbstzweck wird zu einer Berühmtheit der Kunstszene. Eines Tages erwacht sie auf einem Bauernhof in den Bergen: entführt. Sie glaubt in den Entführern rechtsextreme Verbrecher zu erkennen. Ihr wird befohlen, zu malen, um Geld hereinzubringen, denn ihre Bilder sind hochdotiert. Anfangs verweigert sie, doch später willigt sie ein, weil sie glaubt, Nachrichten in ihren Bildern hinausschmuggeln zu können. Immer wieder erinnert Doro sich an Stationen ihres vergeblichen Kampfes gegen die Drogensucht ihres Partners, der an einer Überdosis Heroin starb. Zugleich begehrt sie gegen die Entführer auf, muss unter entwürdigenden Umständen ausharren und auch hart körperlich arbeiten. Ihr Zustand ist geprägt von Befürchtungen, aber sie glaubt fest daran, dass ihre beste Freundin und ihr Manager ihre Hilferufe in ihren von den Entführern in ihrem Namen gelieferten Gemälden erkennen würden. Als sie Ben, der charismatischen Anführer des „Projektes“, kennenlernt, ahnt sie erstmals, dass die Umstände ihrer Entführung anders sein könnten, als sie bislang glaubte: Der Idealismus des melancholischen Sonderlings scheint Hinweis darauf zu sein, dass er eine humanitäre Sekte leite ... und Ben gibt ihr eine neue Aufgabe: Sie soll ein Manuskript über sein Lebenswerk verfassen, eine von ihm entwickelte spirituelle Philosophie. Zunehmend wissbegierig, wird Doro in den Bann von Bens Ideen gezogen. Als sie bei einem Brand die Gelegenheit zur Flucht erhält, verzichtet sie darauf. Langsam beginnt sie die Vorgänge in ihrem “Gefängnis” zu durchschauen und erfährt, dass ihr verstorbener Partner nicht nur Mitglied der Bande war, sondern das Projekt mitbegründet hatte – und weitere Geheimnisse enthüllen sich ihr, die ihre Weltsicht erschüttern. Ben lieferte ursprünglich die Ideologie und das Geld für eine autark lebende Gemeinschaft ... Die Geschichte endet mit der Frage, was wohl aus dem Werk des Philosophen Ben geworden ist. ”Die Seidenraupe” basiert auf realen Pfeilern, nämlich dem Leben und Sterben des liebenswerten Untergrund-Philosophen, Viktor B., den die Autorin 1989 in Wien kannte; den weltfremden Lebensumständen Suchtkranker in Einrichtungen für Langzeittherapie; und den persönlichen Tragödien der Angehörigen von Drogensüchtigen, die ihr eigenes Leben der Rettung anderer opfern, eine authentische Erfahrung der Autorin ... die sich als Malerin genauso verhalten hat, wie ihre Protagonistin.