Nordwasser

Ian McGuire

Blue as the Ocean Historische Kriminalromane Ab 19. Jahrhundert

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Beschreibung zu „Nordwasser“

Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Harpunierer auf der Volunteer, einem Walfangschiff, das von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Ebenfalls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben – nicht ahnend, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nachdem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat. Während sich der Konflikt zwischen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der eigentliche Sinn der verhängnisvollen Expedition zunehmend klar …
Die erschütternde Schönheit und Einsamkeit des Nordpolarmeers bilden die Kulisse für Ian McGuires dramatischen Roman um Gut und Böse, eine in ihrer philosophischen und psychologischen Dimension zeitlose Geschichte über die tiefsten Abgründe des menschlichen Herzens.

Verlag:

mareverlag

Veröffentlicht:

2018

Druckseiten:

ca. 235

Sprache:

Deutsch

Medientyp:

eBook


2 Kommentare zu „Nordwasser“

sonchen – 05.02.2019
gut erzählte Story

sursulapitschi – 13.04.2018
(4) Was sagt man über dieses Buch? Es ist ekelhaft, dreckig, blutig, grausam, derbe und unendlich gut geschrieben. Ich habe beim Lesen mehrfach überlegt, ob ich mir das noch weiter antun möchte, dann hat es aber doch wieder gefesselt. Patrick Sumner ist ein junger Arzt, der schon einiges hinter sich hat. Er hat unlängst in Indien gekämpft und heuert jetzt auf einem Walfangschiff an. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist Walfang nicht mehr so rentabel, Petroleum und Paraffin sind auf dem Vormarsch, das Walöl nicht mehr so begehrt, aber die Volunteer bricht trotzdem auf ins Nordwasser.  Schnell stellt er fest, dass auf einem Schiff raue Sitten herrschen. Besonders der Harpunier Drax scheint nach eigenen Gesetzen zu leben.  Hier taucht man tief ein in die Walfängerszene. Stinkend und fluchend gehen die Seeleute ihrer Arbeit nach. Sie fangen Robben auf dem Weg ins Nordpolarmeer, es ist eiskalt, das Blut fließt in Strömen, man holt sich Erfrierungen, das gehört dazu.  Es ist höchst erstaunlich wie Ian McGuire es schafft, diese brutale Atmosphäre und die derbe Sprache der Seeleute einzufangen, und trotzdem einen literarisch sehr ansprechenden Text zu liefern. Hier ist ein A*** ein A*** und Sch*** ist Sch***, aber Figuren und Ambiente hat man eindringlich vor Augen. Man ist dabei und schwankt zwischen Bewunderung und Ekel.  Auch Sumner ist eine hoch interessante Figur. Er ist noch keine 30, hat aber fast mit seinem Leben abgeschlossen. Er will nur ein Auskommen und ausreichend Laudanum, um der Welt zu entfliehen. Und trotzdem ist er Arzt aus Berufung, will helfen wenn er kann und stolpert geradezu naiv über Ungereimtheiten. Die Reichen und Mächtigen dieser Zeit spielen gnadenlos mit Menschenleben und kommen damit durch, solange sie sich offiziell über Missstände entrüsten. Hier geht es um menschenverachtende Doppelmoral, Ausbeuter, die über Leichen gehen und auch auf See gilt das Recht des Stärkeren.  „Nordwasser“ ist kein schönes Buch. Es ist ein eindrucksvolles und bedrückendes Zeitportrait, große Literatur, fesselnd und ehrlich. Mich hat es eiskalt erwischt. 

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