Der erste Band der Kommentierten Studienausgabe vereinigt den 1919 erschienenen Roman "GefÀngnis" mit den zwei zu Lebzeiten unveröffentlichten GefÀngnis-Romanen: "Das graue Haus" u
Der erste Band der Kommentierten Studienausgabe vereinigt den 1919 erschienenen Roman "GefĂ€ngnis" mit den zwei zu Lebzeiten unveröffentlichten GefĂ€ngnis-Romanen: "Das graue Haus" und "Das Haus im Schatten". "Ein verlaufenes Kind, ein lebendig gewordenes MĂ€rchen oder Volkslied, sĂŒĂ und gruselig zugleich", so charakterisierte Franz Herwig 1923 das literarische PhĂ€nomen Emmy Hennings. 1916 eröffnete sie mit Hugo Ball das Cabaret Voltaire in ZĂŒrich, wo die Dada-Gruppe nicht nur gegen den Krieg, sondern auch gegen die Kunst rebellierte. Hennings` 1919 erschienener Roman "GefĂ€ngnis" sorgte fĂŒr groĂes Aufsehen. In einer eindringlichen, expressiven Sprache seziert sie das Erlebnis einer Inhaftierung bis in die sprachlichen Details hinein. Dem Leser wird mit existenzieller Dringlichkeit vorgefĂŒhrt, was es bedeutet, im GefĂ€ngnis zu sein. Das VerhĂ€ltnis von Delinquenz und Strafvollzug, Schuld und SĂŒhne beschĂ€ftigte Hennings viele Jahre. Davon zeugen die zwei weiteren GefĂ€ngnis-Texte "Das graue Haus" und "Das Haus im Schatten". Die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der drei Romane wird im Anhang erstmals fundiert aufgearbeitet und von einer umfassenden Dokumentation zur Wirkungsgeschichte begleitet. "Sie ist die reinste Inkarnation des weiblichen Vaganten, die in der deutschen Dichtung vielleicht je da war." Klabund