Sie wurde ohne ihr Einverständnis herbeigerufen. Doch sie beschließt zu bleiben.
Ysolde Carath ist eine sterbliche Dämmerwandlerin, die acht Jahre lang Seelen durch den Schleier an der Grenze des Reiches geleitet hat. Als sie auf Geheiß eines Feenkönigs ohne Erklärung über die Grenzsteine gezogen wird, gelangt sie in ein Königreich, das von etwas zusammengehalten wird, das niemals so lange halten sollte: einem tausend Jahre alten Thron, erbaut auf den Knochen gepresster und geliehener Toter. Der Riss in seiner Naht wächst seit vierzig Jahren. Die grauen Bezirke breiten sich seit Monaten aus. Und Morthyn Askarath, der Letzte seiner Dynastie – vier Jahrhunderte alt, dreiundzwanzig tote Könige leben in seinem Schädel, Narben ziehen sich vom Kiefer bis zum Schlüsselbein – weiß schon viel länger, als sie in seinem Königreich weilt, genau, wer sie ist und was ihre Gabe bewirken kann.
Er ist beherrscht. Präzise. Er kontrolliert alles, auch sich selbst, mit der vierhundertjährigen Disziplin eines Mannes, der gelernt hat, dass ihn alles andere teuer zu stehen kommen würde. Sie ist wütend, direkt und von Natur aus unfähig, eine beschönigte Version der Wahrheit zu akzeptieren, wenn die wahre Wahrheit so nah ist. Was zwischen ihnen geschieht – in einem Archiv um Mitternacht, in der Dunkelheit eines Schattentransits, auf dem Boden eines Thronsaals beim zweiten Glockenschlag – hätte niemals geschehen dürfen. Die Arbeit, die sein Königreich retten wird, erfordert ein unauflösliches Band. Er wird alles verlieren, was ihn ausmacht. Sie weiß es bereits. Und trotzdem wählt sie es.
Denn die Entscheidung liegt nicht allein bei ihr. Und die Wut ist noch immer da. Und das Schleierband kann nicht durch Nähe, Zufall oder irgendetwas anderes als durch Willenskraft und volles Bewusstsein seiner Bedeutung entstehen. Sie haben fünf Tage.
„Flüstern des Schattenthrons“ ist ein in sich abgeschlossener düsterer Feenkönig-Roman für Leser, die sich eine langsame, auf gegenseitiger Präzision basierende Liebesgeschichte, bissige Dialoge und ein hart erkämpftes Happy End wünschen.
Lesen Sie es wegen: Feinde, die zu widerwilligen Verbündeten werden, erzwungene Nähe, er verliebt sich zuerst, berühre sie und stirb, eine moralisch komplexe Heldin, die wählt, anstatt zu kapitulieren, und ein Feenkönig, der in genau drei Worten sagt: Ich habe mich geirrt.