Wo die Dorfstraßen nach Sommernacht und Blütenduft riechen, kämpfen Frauenherzen gegen das Vergessen, die Enge – und für ein kleines Stück Freiheit. Im Westerwald liegt Scholmerbach, ein Dorf vol
Wo die Dorfstraßen nach Sommernacht und Blütenduft riechen, kämpfen Frauenherzen gegen das Vergessen, die Enge – und für ein kleines Stück Freiheit. Im Westerwald liegt Scholmerbach, ein Dorf voller schräger Verwandtschaft, knorriger Traditionen und nie endender Kirmesnächte. Hier wächst Marie auf, zwischen Ranunkeln am Grab der Großmutter Apollonia und den Geschichten, die wie wildes Wiesenkraut wuchern – von verlorener Heimat, den lauten Zimmerleuten und den stummen Wunden der Frauen. Apollonia, die nie mit ihrem Mann unter einem Grabstein liegen wollte, trotzt den Männern, dem Krieg, dem Alltag. Marie, sechzehn, verliebt sich in Jim, einen amerikanischen Soldaten, und taumelt zwischen Maiglöckchenduft, Kirmesbier und der Angst, am Ende doch nur ein weiteres Dorfmädchen zu sein, das zurückbleibt. Die Erinnerungen an Frankreich, an die Schwestern Hanna und Klarissa, an den Schnapsteufel und das schiefe Lusthäuschen, mischen sich mit Maries Sehnsucht nach mehr als nur Scholmerbach. Annegret Held erzählt mit rauer Zärtlichkeit und viel Humor vom Leben im Westerwald, von Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen, und von einer Jugend, die zwischen Dorftratsch, Familiengeheimnissen und erster Liebe erwacht. Wer Generationenromane wie „Armut ist ein brennend Hemd“ schätzt, wird in Apollonia den Herzschlag des Westerwalds spüren – wild, eigenwillig, voller Leben.