Engel des Vergessens

Roman

Maja Haderlap

Deutschland, Österreich & Schweiz Familiengeschichten

4 Bewertungen
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Buchbeschreibung zu „Engel des Vergessens“

Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. In den Wald zu gehen hieß eben "nicht nur Bäume zu fällen, zu jagen oder Pilze zu sammeln". Es hieß, sich zu verstecken, zu flüchten, sich den Partisanen anzuschließen und Widerstand zu leisten. Wem die Flucht nicht gelang, dem drohten Verhaftung, Tod, Konzentrationslager. Die Erinnerungen daran gehören für die Menschen so selbstverständlich zum Leben wie Gott.Erst nach und nach lernt das Mädchen, die Bruchstücke und Überreste der Vergangenheit in einen Zusammenhang zu bringen und aus der Selbstverständlichkeit zu reißen - und schließlich als (kritische) junge Frau eine Sprache dafür zu finden. Eindringlich, poetisch, mit einer bezaubernden Unmittelbarkeit.Maja Haderlap hat eine gewaltige Geschichte geschrieben ...Die Großmutter wie noch keine, der arme bittere Vater wie noch keiner, die Toten wie noch nie, ein Kind wie noch keines.(Peter Handke)

Über Maja Haderlap

Maja Haderlap, geb. 1961 in Eisenkappel/Zelezna Kapla (Österreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Sie war Redakteurin und Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift »Mladje«, arbeitete an der Universität Klagenfurt sowie als Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt.
Sie veröffentlichte auf Slowenisch und Deutsch Gedichte und Essays sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen. Ihr Romandebüt »Engel des Vergessens« (2011) wurde u. a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet.

Preise und Auszeichnungen:
Ingeborg-Bachmann-Preis 2011
Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag 2011
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2011
Rauriser Literaturpreis 2012
Vinzenz-Rizzi-Preis 2013


Verlag:

Wallstein Verlag

Veröffentlicht:

2012

Druckseiten:

ca. 200


2 Kommentare zu „Engel des Vergessens“

Alex Demeron – 25.09.2018

Grossartig geschrieben und erzählt.

sanne – 26.02.2016

eines der besten bücher, die ich zum thema je gelesen habe. direkt und klar beschreibt die autorin in immer enger werdenden erinnerungsspiralen das leben im kärntner grenzgebiet im 20. jahrhundert.

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