Jenny Behnisch, die Leiterin der gleichnamigen Klinik, kann einfach nicht mehr. Sie weiß, dass nur einer berufen ist, die Klinik in Zukunft mit seinem umfassenden, exzellenten Wissen zu lenken: Dr. Da
Jenny Behnisch, die Leiterin der gleichnamigen Klinik, kann einfach nicht mehr. Sie weiß, dass nur einer berufen ist, die Klinik in Zukunft mit seinem umfassenden, exzellenten Wissen zu lenken: Dr. Daniel Norden!So kommt eine neue große Herausforderung auf den sympathischen, begnadeten Mediziner zu. Das Gute an dieser neuen Entwicklung: Dr. Nordens eigene, bestens etablierte Praxis kann ab sofort Sohn Dr. Danny Norden in Eigenregie weiterführen. Die Familie Norden startet in eine neue Epoche!Das Geheul der Sirene durchschnitt die morgendliche Ruhe wie ein Skalpell, scharf und erbarmungslos. Über der Stadt hing noch der fahle Schleier des Frühnebels, doch auf dem Hubschrauberlandeplatz der Behnisch-Klinik herrschte schon fieberhafte Betriebsamkeit. Das Team der Notaufnahme hatte sich um Dr. Daniel Norden versammelt. Der Chefarzt stand leicht vorgebeugt, die Hände in den Kitteltaschen, die Augen schmal zusammengezogen. Er wirkte äußerlich ruhig, aber in seinem Kopf entwickelte sich bereits ein minutiöser Ablaufplan. Der Anruf in der Klinik war erst vor wenigen Minuten erfolgt, knapp, sachlich, ohne Raum für Emotionen: Schwerer Verkehrsunfall auf der Landstraße mit zwei Personen. Eine bewusstlose Frau in kritischem Zustand und ein Baby. Mehr hatte die Stimme am anderen Ende der Leitung nicht gesagt, und dennoch hatte dieses eine Wort – Baby – bei Daniel Norden ein dumpfes Ziehen in der Brust ausgelöst. Aus der Ferne hallten jetzt dumpfe Motorengeräusche näher, der Rettungswagen preschte durch das geöffnete Tor und fuhr direkt bis an den Rand des Landeplatzes. Noch bevor das Fahrzeug vollends zum Stehen kam, sprangen die Türen auf. Es roch nach kaltem Metall, nach Öl und dem scharfen, stechenden Geruch von Blut, der selbst den kühlen Morgenwind überlagerte. »Wir übernehmen!«, rief Daniel Norden, und sofort arbeitete sein Team wie ein perfekt eingespieltes Orchester. Die verletzte Frau wurde zum Hubschrauber gebracht, ihr blasses Gesicht war halb von einer Sauerstoffmaske verdeckt. Ihre Haare klebten feucht an der Stirn, ein feiner Streifen Blut zog sich von der Schläfe bis zum Hals. »Polytrauma, instabil!«, rief einer der Notärzte, der die Frau begleitete. Keine Sekunde durfte verloren gehen, die Verletzte musste sofort in eine Spezialklinik mit neurochirurgischer Abteilung gebracht werden. Der Lärm der Rotorblätter des Hubschraubers schwoll an, als das Team sie an Bord brachte.