Der Gehrdener Burgberg westlich von Hannover galt lange Zeit als Überrest einer frühmittelalterlichen Wallburg. Neue archäologische und astronomische Analysen weisen jedoch darauf hin, dass die Anlage
Der Gehrdener Burgberg westlich von Hannover galt lange Zeit als Überrest einer frühmittelalterlichen Wallburg. Neue archäologische und astronomische Analysen weisen jedoch darauf hin, dass die Anlage deutlich älteren Ursprungs ist und bereits in der Jungsteinzeit oder frühen Bronzezeit eine zentrale Rolle bei der Beobachtung des Sonnenlaufs spielte.In diesem Buch legt Rainer Stieg seine Untersuchungen und Beobachtungen zur Struktur und Ausrichtung der Anlage vor. Auf Grundlage von Geländedaten, historischen Grabungsberichten und eigenen Messungen zeigt er, dass die Anlage auf die Auf- und Untergangspunkte der Sonne zu den Sonnenwenden ausgerichtet ist. Dadurch ergibt sich ein neues Verständnis des Gehrdener Burgbergs – nicht als Verteidigungsanlage, sondern als Kult- und Beobachtungsstätte, an der Menschen vor rund 4000 Jahren astronomische und kalendarische Erkenntnisse gewannen.Das Werk ordnet die Befunde in einen größeren kulturhistorischen Zusammenhang ein und stellt Bezüge zu vergleichbaren Stätten wie dem Sonnenobservatorium von Goseck und der Himmelsscheibe von Nebra her.„Der Sonnenkultplatz bei Gehrden“ richtet sich an Leserinnen und Leser mit Interesse an Archäologie, Astronomiegeschichte und der frühen Entwicklung menschlicher Himmelsbeobachtung. Es bietet eine sachlich fundierte, klar nachvollziehbare Darstellung und eröffnet zugleich einen neuen Blick auf die Anfänge wissenschaftlicher Beobachtung in Mitteleuropa.