Gifted and Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie (Ungekürzte Lesung)


Olivie Blake

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2 Bewertungen
3.0

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Beschreibung zu „Gifted and Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie (Ungekürzte Lesung)“

Über Olivie Blake

Olivie Blake liebt und schreibt Geschichten – die meisten davon sind fantastisch. Besonders fasziniert ist sie von der endlosen Komplexität des Lebens und der Liebe. Ihre fantastische Trilogie The Atlas Six wurde auf TikTok zur Sensation. Sie lebt mit ihrem Mann und Sohn in Los Angeles.

Gelesen von

Viola Müller

Verlag:

argon

Veröffentlicht:

2026

Länge:

19 Std. 14 Min.

Sprache:

Deutsch

Medientyp:

Audiobook

Barrierefreiheitsinformationen

Keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

1 Kommentar zu „Gifted and Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie (Ungekürzte Lesung)“

Ich habe dieses Hörbuch beendet und saß danach ungefähr so da wie jemand, der gerade ein Fünf-Sterne-Menü serviert bekommen hat, bei dem leider jede zweite Speise aus purem Nebel bestand. Sehr schön angerichtet. Sehr intelligent gemeint. Aber irgendwann fragt man sich trotzdem: Esse ich gerade Literatur oder inhalieren wir hier kollektiv Konzeptkunst? Und genau das ist mein Problem mit Gifted & Talented. Dieses Buch ist gleichzeitig brillant und anstrengend. Emotional klug und vollkommen selbstverliebt. Es hat fantastische Figurenansätze, aber wirkt manchmal, als würde es sich lieber dabei zuhören, wie clever es klingt, statt tatsächlich eine Geschichte zu erzählen. Dabei ist der Ausgangspunkt eigentlich großartig: ein mächtiger Vater stirbt, seine drei magisch begabten Kinder kreisen wie beschädigte Satelliten um das Erbe, um Macht, um Aufmerksamkeit, um Liebe, die nie ausgesprochen wurde. Das hat fast etwas von Succession, nur mit Magie, Neurosen und Menschen, die wahrscheinlich selbst ihre Frühstücksflocken mit einem Philosophieabschluss essen. Und die Figuren? Die funktionieren erstaunlich gut. Meredith, Arthur und Eilidh sind kaputt auf eine Weise, die weh tut. Niemand in diesem Buch ist wirklich sympathisch, aber alle wirken erschreckend nachvollziehbar. Man merkt schnell: Hier geht es gar nicht um Magie. Es geht um Leistungsdruck. Um Kinder, die zu Projekten wurden. Um Menschen, die ihr ganzes Leben hören: Du bist besonders, bis sie irgendwann feststellen, dass „besonders“ kein Schutzschild gegen Leere ist. Das Problem ist nur: Der Plot hat zwischendurch ungefähr die Stabilität eines IKEA-Regals nach drei Umzügen. Die Geschichte beginnt stark, verliert sich dann aber immer wieder in endlosen Gedankenketten, Dialogen, Meta-Kommentaren und Sätzen, die klingen, als hätte jemand drei literaturwissenschaftliche Essays in einen Cocktailshaker geworfen. Manchmal ist das witzig. Wirklich witzig sogar. Und dann gibt es wieder Passagen, bei denen ich mitten im Hörbuch dachte: Ja gut, aber passiert jetzt auch noch irgendwas oder analysieren wir weiterhin existenziell die Raumtemperatur? Olivie Blake schreibt intelligent. Keine Frage. Aber manchmal auch so, als hätte jemand Angst davor, einen einfachen Satz zu formulieren, weil er dabei versehentlich sterblich wirken könnte. Trotzdem: Ich kann nicht behaupten, dass mich das Buch kaltgelassen hätte. Im Gegenteil. Gerade diese kaputten Geschwisterdynamiken, dieses permanente Gefühl emotionaler Unterversorgung, dieser verzweifelte Wunsch, gesehen zu werden, haben etwas Bitteres und erstaunlich Echtes. Unter all der Ironie und den stilistischen Verrenkungen steckt nämlich tatsächlich ein ziemlich trauriger Roman über Menschen, die alles haben und trotzdem innerlich wie verlassene Hotellobbys wirken. Am Ende blieb bei mir weniger die Handlung hängen als eine Stimmung. Ein seltsames Gemisch aus Hochbegabung, Einsamkeit, Familiengift und emotionalem Burnout in Designerkleidung. Ein faszinierendes, überladenes, manchmal unfassbar anstrengendes Buch. Aber eben auch eines, das im Kopf bleibt wie ein schiefer Spiegel im Halbdunkel. Man schaut hinein, erkennt etwas Wahres und ist sich gleichzeitig nicht sicher, ob das Ding nicht vielleicht komplett kaputt ist.

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