Ein Soldat kehrt aus Afghanistan zurück. Er hat Anschläge überlebt, Kameraden verloren und geglaubt, das Schwerste liege hinter ihm. Zu Hause beginnt der eigentliche Krieg – nicht durch Gewalt, sonder
Ein Soldat kehrt aus Afghanistan zurück. Er hat Anschläge überlebt, Kameraden verloren und geglaubt, das Schwerste liege hinter ihm. Zu Hause beginnt der eigentliche Krieg – nicht durch Gewalt, sondern durch ein System, das Nähe verwaltet, aber nicht schützt. „Nichts davon war ein Versehen“ erzählt die Geschichte von Konrad, Soldat der Bundeswehr, Vater und Bürger. Ein Mann, der Verantwortung übernehmen will – und feststellen muss, dass genau diese Verantwortung zum Streitpunkt wird. Zwischen Auslandseinsätzen, Studium und Familienaufbau entsteht zunächst ein normales Leben. Doch aus kleinen Rissen wird Distanz, aus Distanz Trennung. Was folgt, ist kein Neuanfang, sondern ein jahrelanger Konflikt um ein Kind. Besuchszeiten platzen, Zusagen werden zurückgezogen, aus Gesprächen werden Verfahren. Gerichte, Jugendämter und Gutachten bestimmen zunehmend den Alltag. Entscheidungen werden „im Namen des Volkes“ getroffen – und bleiben doch weit entfernt von der Realität eines Kindes. Der Roman stellt unbequeme Fragen: Was passiert, wenn Manipulation leise ist? Wenn psychische Gewalt keine sichtbaren Spuren hinterlässt? Wenn kontrollierendes Verhalten als Fürsorge missverstanden wird? Gleichzeitig zeigt die Geschichte, wie ein engagierter Vater Schritt für Schritt aus dem Leben seines Kindes gedrängt werden kann – ohne klare Schuld, aber mit realen Folgen. Und sie erzählt von einem Mann, der nicht aufgibt und sich ein neues Leben aufbaut. „Nichts davon war ein Versehen“ ist ein autobiografisch geprägter Roman über Krieg und Heimkehr, über Vaterschaft und Verantwortung – und über die stille Erosion von Nähe. Die Erzählung speist sich aus realen Erfahrungen und Beobachtungen, ist jedoch keine Abbildung der persönlichen Biografie des Autors. Figuren, Ereignisse und Entwicklungen wurden literarisch verdichtet, verändert und neu zusammengesetzt; Rückschlüsse auf konkrete Personen oder tatsächliche Lebensverhältnisse sind weder beabsichtigt noch zulässig. Im Kern bleibt die Frage, wie gerecht ein System sein kann, das Kinder zu schützen vorgibt und dabei doch oft nur zusieht.