Im Juli 1816 läuft die französische Fregatte Méduse vor der westafrikanischen Küste auf Grund. Was folgt, brennt sich als einer der grausamsten Schiffbrüche der Seefahrtgeschichte in das kollektive Ge
Im Juli 1816 läuft die französische Fregatte Méduse vor der westafrikanischen Küste auf Grund. Was folgt, brennt sich als einer der grausamsten Schiffbrüche der Seefahrtgeschichte in das kollektive Gedächtnis ein: 147 Menschen werden auf einem provisorischen Floß ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Hunger, Wahnsinn und Verzweiflung führen zu Szenen unvorstellbarer Brutalität.Zwei der 15 Überlebenden, J. B. Henri Savigny und Alexandre Corréard, verfassen mit ihrem Buch „Schiffbruch der Fregatte Méduse 1816“ ein erschütterndes Dokument ihrer Zeit. Ihr Bericht ist mehr als eine Chronik des Untergangs; er ist eine Anklage gegen Inkompetenz, die menschliche Zerbrechlichkeit unter Extrembedingungen und die fehlende rechtliche Aufarbeitung des Versagens der Führung.Ergänzt wird diese klassische Edition durch einen Essay mit dem Titel „Die Méduse und die Torheit“ des Herausgebers Holger Schulz. Darin schlägt der Autor eine Brücke von den historischen Ereignissen zu heutigen Fragen nach politischem und moralischem Versagen der Gesellschaft und der Regierenden.