Anastasia Sokolowa ist Professorin für Epigenetik in Leningrad, als ein versiegelter Umschlag ohne Absender auf ihrem Schreibtisch erscheint. Die Einladung führt sie in ein geheimes Programm des KGB:
Anastasia Sokolowa ist Professorin für Epigenetik in Leningrad, als ein versiegelter Umschlag ohne Absender auf ihrem Schreibtisch erscheint. Die Einladung führt sie in ein geheimes Programm des KGB: Fünf Kosmonauten sollen sechs Monate auf einer Raumstation verbringen. Anastasias Auftrag ist es, ihre intimsten Begegnungen zu beobachten, zu dokumentieren und nach Moskau zu übermitteln - ohne dass die Besatzung davon erfährt. Was als klinisches Experiment beginnt, entwickelt eine Eigendynamik, die niemand vorhergesehen hat. In der Schwerelosigkeit, in der Enge der Station, unter dem Druck geteilter Lebensgefahr entstehen Bindungen, die sich jeder Kontrolle entziehen. Anastasia wird zur Teilnehmerin ihres eigenen Experiments. Die Grenze zwischen Forschung und Hingabe löst sich auf und mit ihr die Frage, wer hier wen beobachtet. Der Roman erzählt in vier literarischen Kapiteln und einem fiktiven wissenschaftlichen Paper die Geschichte eines Experiments, das Spuren hinterlässt: in den Körpern der Beteiligten, in zwei Kindern, die Jahrzehnte später die Welt prägen werden, und in einem versiegelten Manuskript, das 2091 geöffnet wird. Eine Geschichte über Epigenetik als Metapher - darüber, dass die Umwelt den Code des Lebens beschreibt, ohne ihn zu verändern. Geheimes Morgenrot unter den Sternen verbindet sowjetische Atmosphäre, explizite Erotik und die Frage, was es bedeutet, Liebe unter wissenschaftlicher Beobachtung zu leben. Deutsche Erstausgabe, übersetzt und erweitert von Anastasia V. Kern.