In Die Affäre in der Stretton Street entfaltet William Le Queux eine spannungsreiche Kriminal- und Sensationserzählung, die das spätviktorianische und edwardianische Interesse an urbanen Geheimnissen,
In Die Affäre in der Stretton Street entfaltet William Le Queux eine spannungsreiche Kriminal- und Sensationserzählung, die das spätviktorianische und edwardianische Interesse an urbanen Geheimnissen, gesellschaftlicher Verstellung und konspirativen Machenschaften bündelt. Das Geschehen ist in einem London verankert, dessen vornehme Fassaden trügerisch sind und hinter denen sich Intrige, Gefahr und moralische Ambivalenz verbergen. Le Queux verbindet eine zügige, reportageähnliche Erzählweise mit den Reizen des Detektivromans und des Thrillers; so entsteht ein Text, der weniger auf psychologische Tiefenbohrung als auf Enthüllung, Suspense und das allmähliche Freilegen verborgener Zusammenhänge zielt. William Le Queux (1864–1927) war einer der produktivsten britischen Autoren populärer Spannungsliteratur seiner Zeit und wurde insbesondere durch Spionage-, Kriminal- und Invasionsromane bekannt. Seine journalistische Tätigkeit, seine ausgeprägte Aufmerksamkeit für internationale Politik sowie seine Faszination für Überwachung, Geheimdienste und gesellschaftliche Unterströmungen prägten sein Werk nachhaltig. Die Affäre in der Stretton Street steht exemplarisch für diese Interessen: Le Queux gestaltet Verbrechen nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Symptom einer nervösen Moderne. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die die Vorgeschichte des modernen Thrillers kennenlernen möchten. Wer elegante Schauplätze, verdichtete Handlung und den literarischen Nerv einer Epoche schätzt, findet hier ein aufschlussreiches und unterhaltsames Beispiel britischer Spannungsliteratur.