FĂŒr Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige FĂ€lle stöĂt, bei denen kein sichtbarer Erfolg
FĂŒr Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige FĂ€lle stöĂt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine groĂartige Ărztin, die ihn mit feinem, hĂ€ufig detektivischem SpĂŒrsinn unterstĂŒtzt.Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.Man kann wahrhaftig nicht sagen, daĂ es in Dr. Nordens Praxis mal eintönig zuging. Fast jeder Tag bescherte einen Fall, der alle Termine durcheinanderbrachte. Man war es gewohnt, und Dr. Daniel Norden hatte ja das GlĂŒck, zwei tĂŒchtige Helferinnen zu haben, die sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lieĂen. Freilich war Dorthe Harlings Privatleben auch sehr viel abwechslungsreicher geworden, seit ihre Tochter Jocelyn endlich nach langen Jahren der Trennung zu ihr gekommen war, aber die Anfangsschwierigkeiten waren durch Dorthes Toleranz und mĂŒtterliches EinfĂŒhlungsvermögen schnell beseitigt worden. Dann war auch bald ein Mann in Jocelyns Leben getreten, durch den frĂŒhere Trotzreaktionen schnell in Vergessenheit gerieten, um so mehr sich Jocelyn schuldig fĂŒhlte an dem schweren Unfall, der Harald von Winterstein nun schon drei Wochen ans Krankenbett fesselte. Er war von einem Motorrad ĂŒberfahren worden, als er Jocelyn nachgelaufen war, um MiĂverstĂ€ndnisse aufzuklĂ€ren. Er war lange bewuĂtlos gewesen und erst seit ein paar Tagen einigermaĂen ansprechbar. Jocelyn war immer bei ihm. Wenn er schlief, half sie in der Behnisch-Klinik den Krankenschwestern, die durch einige Grippeerkrankungen reduziert waren. Sie stellte sich auch erstaunlich geschickt an, und so war sie tatsĂ€chlich eine echte Hilfe fĂŒr die Klinik geworden, besonders auch deshalb, weil sie sich ĂŒberwiegend um Harald von Winterstein kĂŒmmerte, der ja fĂŒr einige Wochen der schwerste Fall in der Behnisch-Klinik gewesen war. Es hatte auf des Messers Schneide gestanden, und auch die Angst, daĂ eine QuerschnittlĂ€hmung bleiben könnte, hatte Jocelyn Tag und Nacht verfolgt. Sie war reif geworden in diesen Wochen, völlig verĂ€ndert in ihrer ganzen Einstellung zum Leben und zu den MĂ€nnern. Auch die Vergangenheit sah sie nun in einem ganz anderen Licht. Dorthe konnte sich jetzt keine liebevollere Tochter wĂŒnschen, und es war doch noch gar nicht so lange her, daĂ sie als schwierige Tochter angesehen wurde. An diesem Vormittag im November wurde Dr. Norden mal wieder zu einem Notfall gerufen, und dabei ging es in der Praxis auch turbulent zu. »Die Spritzen können Sie geben, Dorthe«, rief er seiner zuverlĂ€ssigen Helferin zu.