FĂŒr Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige FĂ€lle stöĂt, bei denen kein sichtbarer Erfolg
FĂŒr Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige FĂ€lle stöĂt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine groĂartige Ărztin, die ihn mit feinem, hĂ€ufig detektivischem SpĂŒrsinn unterstĂŒtzt.Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.Daisy Thurau war eine Patientin, ĂŒber deren Besuch sich Dr. Norden immer freute, obwohl sie selten Ă€rztliche Hilfe brauchte. Vor drei Wochen hatte sie sich den rechten FuĂ verstaucht, als sie auf einer Bananenschale ausgerutscht war, und das war nicht mit ein paar Tagen abgetan wie ihr FrĂŒhlingsschnupfen, der sich jedes Jahr pĂŒnktlich einstellte. Manchmal kam sie auch mit einer Schnittwunde oder einer Brandblase. Daisy war Besitzerin eines exklusiven Speiselokals, und sie bereitete die SpezialitĂ€ten, die sich gröĂter Beliebtheit erfreuten, meistens selbst zu. Bei ihrem Temperament war es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich dabei schnitt oder verbrannte. Aber das gehörte dazu, nach ihren eigenen Worten, und sie war alles andere als wehleidig. Der FuĂ hatte ihr zu schaffen gemacht, aber sie hatte sich auch nicht so geschont, wie Dr. Norden es ihr geraten hatte. »Nun rollen Sie den FuĂ mal ab«, sagte er. »Tut es noch weh?« »Ein bisschen, aber nĂ€chste Woche muss ich fit sein. Da will ich zu meinem fĂŒnfzigsten Geburtstag das Tanzbein schwingen, und ich hoffe doch sehr, dass ich Ihre Frau und Sie auch zu meinen GĂ€sten rechnen darf.« Dr. Norden kannte ihr Geburtsdatum, aber das hĂ€tte sie glatt wegleugnen können. Sie war rank und schlank, hatte nur ein paar winzige AugenfĂ€ltchen, und ihr schönes aschblondes Haar bedurfte keinerlei Nachhilfe. Sie war eine Frau, die sich nie hatte unterkriegen lassen. Man musste sie bewundern. Mit neunzehn hatte sie geheiratet, mit zwanzig ihren Sohn bekommen.