Mein Vermieter ist ein Arschloch David ist 52, Frührentner, chronisch pleite und lebt in einem Altbau in Recklinghausen König Ludwig, in dem die Zeit nicht stehen geblieben ist, sondern einfach verrot
Mein Vermieter ist ein Arschloch David ist 52, Frührentner, chronisch pleite und lebt in einem Altbau in Recklinghausen König Ludwig, in dem die Zeit nicht stehen geblieben ist, sondern einfach verrottet. Die Heizung spinnt, der Stromtarif ist ein schlechter Witz, im Hausflur riecht es nach altem Putzwasser und Hoffnungslosigkeit, und über allem thront sein Vermieter Norbert Kruse, ein cholerischer Kontrollfreak mit Büro im ehemaligen Ladenlokal und dem Charme einer defekten Kreissäge. Kruse weiß alles besser, taucht unangekündigt auf, droht, schikaniert, kassiert und hält sich für einen großen Geschäftsmann, obwohl er im Grunde nur ein Tyrann mit Hausschlüsselbund ist. Sein Sohn arbeitet beim Finanzamt, was Kruse im Haus regelmäßig so verkauft, als säße der Junge persönlich über den Staatsfinanzen. David will eigentlich nur seine Ruhe. Ein bisschen überleben. Nicht zu viel Ärger. Vielleicht Kathrin lieben, obwohl sie das Studium mit beeindruckender Leidenschaft vor sich herschiebt. Vielleicht den Monat überstehen, ohne dass das Konto endgültig stirbt. Doch als Kruse immer dreister wird, kippt etwas in David. Zum ersten Mal seit langer Zeit beschließt er, sich nicht mehr wegzuducken. Was als kleine Gegenwehr beginnt, wird zu einem bitterkomischen Kleinkrieg im Herzen des Ruhrpotts. Zwischen verschwundenen Nebenkostenabrechnungen, geisterhaften Nachbarn, einem Kind, das mehr mitbekommt als alle Erwachsenen, und einem Vermieter, der sich unantastbar fühlt, wächst ein Plan heran. Und irgendwann ist die Frage nicht mehr, ob Kruse auffliegt. Sondern wie dumm er dabei aussehen wird. < Das Buch funktioniert am besten als bitterböse Milieustudie mit schwarzem Humor. Die Sprache sollte direkt, atmosphärisch und bodenständig sein. Nicht geschniegelt, nicht literarisch geschniegelt, sondern echt. Ruhrpott-Ehrlichkeit. Der Witz entsteht nicht aus Kalauer-Komik, sondern aus Davids Blick auf die Welt, aus seinen Kommentaren, aus den absurden Machtspielchen im Haus und aus der Tatsache, dass jeder im Haus irgendwie kaputt, müde oder merkwürdig ist. Der Roman sollte nie zur reinen Klamotte werden. Unter der Wut liegt immer Existenzangst. David ist pleite, krankheitsgezeichnet, verletzlich und stolz. Genau deshalb trägt der Stoff. Der Vermieter ist kein Cartoon-Bösewicht, sondern ein Mann, der sein bisschen Macht im Altbau wie ein kleiner Diktator auslebt. Gerade dadurch wird er glaubwürdig und unangenehm.