Wie Du Weihnachten nachhaltig(er) gestalten kannst

Siehst Du Weihnachten auch vor lauter Sonderangeboten nicht mehr? Irgendwo zwischen Black Friday und Fridays For Future hat unsere Kollegin Saskia die Übersicht verloren. Geht’s Dir ähnlich? Dann sieh Dir ihre Tipps an, die Dir helfen können, Dein Weihnachtsfest ein bisschen nachhaltiger zu gestalten.

Black Friday oder Klimastreik?!

All denjenigen, die sich auch in den Sozialen Medien herumtreiben, ist es sicherlich auch aufgefallen. Letzte Woche gab es offensichtlich nur zwei Themen, die unsere Welt beschäftigt hat. Thema Nummer 1 war ganz klar der Black Friday, die Black Week, der Cyber Monday oder auch das Cyber Weekend. Ein Mega-Super-Sonderangebot jagte das nächste. Schnäppchenjäger waren im Paradies – strahlende Kinderaugen vor dem Weihnachtsbaum sind bei vielen Familien garantiert. In meinem Feed wurden diese Aktionsangebote allerdings von mindestens genauso vielen Anti-Deal-Posts, dem zweiten großen Insta-Phänomen verdrängt. Mit dem Hashtag #whitemonday riefen Klimaaktivist/innen auf, den Black-Friday-Trubel zu boykottieren und sich nicht von den Knallerangeboten verleiten zu lassen, Dinge zu kaufen, die man eigentlich nicht wirklich brauche. Andere gingen sogar noch weiter und riefen den Buy-Nothing-Day aus. Ein Tag, an dem kein Geld ausgeben werden soll. Am Freitag erfuhr ich dieses Paradoxon am eigenen Leib. Während sich mittags wieder mehrere Tausend Menschen am Königsplatz zum 4. Globalen Klimastreik versammelt haben, quetsche ich mich am Freitagabend am Münchner Marienplatz zwischen mindestens genauso viele Menschen mit noch mehr übergroßen Einkaufstüten in die U-Bahn nach Hause. Und dann stehe ich so zwischen einer neuen Lego-Eisenbahn, die mein Neffe sicherlich auch lieben würde, und beobachte die beiden Teenie-Mädchen, die sich gerade ihre süßen neuen Weihnachtspullover einer bekannten Kleidermarke zeigen. In den Insta-Stories meiner Freundinnen tippe ich mich durch die kreativen Klimastreik-Plakate. In meiner Brust bildet sich ein Knoten, denn ich bin verunsichert. Ich liebe das Weihnachtsfest, die Christkindlmärkte, die netten Kleinigkeiten, die meine Mama mir nach 28 Jahren immer noch in den Adventskalender steckt, aber ich will auch für die Zukunft unseres Planeten einstehen und möglichst nachhaltig leben. Sind das zwei entgegengesetzte Pole? Oder gibt es irgendwo einen Mittelweg zwischen einem traditionellen, kuscheligen Weihnachtsfest und dem grünen, asketischen Lifestyle, der unseren Planeten retten soll?

5 Tipps für eine nachhaltige(re) Weihnachtszeit

Tatsächlich bin ich mir sicher, dass es diesen Mittelweg gibt. Dieser sieht auch bestimmt für jeden Menschen anders aus. Jeder kann besser oder schlechter auf die eine oder andere Tradition verzichten. Du solltest Dir aber selbst bewusst machen, was für Dich wichtig ist, was Dich am glücklichsten macht, und Dich dann auf diese Dinge konzentrieren. Vielleicht helfen Dir ja folgende Tipps, um die Adventszeit 2019 etwas achtsamer zu erleben und somit auch ein kleinen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Auf unserem Pinterest-Account findest Du übrigens noch viele andere Ideen, für ein grüne(re)s Weihnachtsfest. Und auch mit unserer Advents-Challenge wollen wir den Blick wieder auf die kleinen Dinge in der Weihnachtszeit legen.

1) Verzichte auf Materialschlachten

Gerade bei Menschen, die schon alles haben, fällt es schwer, ein passendes Geschenk zu finden. Häufig tendiert man dann dazu irgendeinen lustigen Nippes zu erstehen, der zwar im ersten Augenblick witzig erscheint, dann aber doch nur in irgendeiner Schublade verschwindet. Bei uns sind das z.B. Teelichthalter in Engelsform oder singende Flaschenöffner. Aus diesem Grund - und weil wir einstimmig beschlossen haben, dass wir in der Adventszeit lieber Glühwein trinken als an Supermarktkassen anzustehen - haben wir im Freundes- und Familienkreis beschlossen, in diesem Jahr zu wichteln, statt für jeden einzelnen ein eigenes Geschenk zu kaufen. So umgeht man auch die schwierige Frage, wie viel Geld darf ich für Oma, Onkel oder die beste Freundin ausgeben? Denn beim Wichteln legt man einen Betrag vorab fest, der als Richtlinie für alle genommen wird. Bei uns in der Familie sind das gerade 40 €. Funktioniert super! Bereits am 03. Dezember darf ich stolz verkünden: Ich habe schon alle Geschenke besorgt! Jetzt habe ich noch 21 Tage Zeit, um die Geschenke hübsch in recyceltes Papier oder Stoff einzupacken und die Adventszeit in vollen Zügen zu genießen.

Übrigens: Wichteln funktioniert Dank diverser Apps auch über lange Distanzen und mit seeeeeehr vielen Personen. Unter dem Stichwort „Wichtel-App“ bzw. „Secret Santa“ findest Du diverse kostenlose Möglichkeiten in den üblichen App Stores.

2) Setze auf nachhaltige Geschenke

Bietet sich das Wichtelsystem nicht so gut an oder hat man das Glück gehabt, einen besonders anspruchsvollen Wichtelpartner gezogen zu haben, dann empfiehlt es sich den Nachhaltigkeitsgedanken mal anders durchzuspielen. Wie wäre es, wenn Du im Namen Deines Wichtels etwas spendest? Oder mit einem selbstgemachten Geschenk? Oder noch besser: ein Workshop, bei dem der Beschenkte etwas selbst machen kann? In vielen großen Städten findet man so viele tolle Angebote: Es werden zum Beispiel immer häufiger sogenannte „Art Nights“ oder immer öfter auch „Plant Nights“ veranstaltet, bei denen man unter Anleitungen Kunst (mitunter aus Pflanzen) herstellt - praktisch mit Gelinggarantie! Oder wie wäre es mal mit einer kulinarischen Stadtführung oder Weinprobe? Wetten, dass Du auch in der Stadt in Deiner Nähe ein passendes Geschenk findest?

3) DIYnachten - Deko ist dann am nachhaltigsten, wenn sie selbstgemacht ist

Je nach Talent und Zeit findest Du sicherlich 1 Mio. Ideen, wie Du an nachhaltige Weihnachtsdeko kommst. Am einfachsten ist es, wenn man sie ganz einfach selbst herstellt. Angefangen bei den selbstgebackenen Plätzchen, bis hin zu Strohsternen oder Papiersternen im Origamistil.

Besonders einfach und mit tollem Nebeneffekt ist folgende Idee: Schneide Orangen und Äpfel in dünne Scheiben und lege sie für 30 Minuten bei 80–100° C in den Backofen zum Trocknen. Mit einem Gold- oder Jutebändchen an den Baum gehängt oder an den Adventskranz gebunden, machen die Früchte optisch einiges her und verbreiten einen wunderbaren Weihnachtsduft im Wohnzimmer.

Ganz viele tolle Ideen für das DIYnachtsfest findest Du übrigens auch in dieser Buchauswahl:

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4) Miettanne statt Einwegbaum

Wenn wir gerade schon beim Baumschmuck sind, gilt es auch zu hinterfragen, wie nachhaltig eigentlich das Prinzip „Weihnachtsbaum” ist. Laut Statista wurden 2018 rund 29,8 Mio. Weihnachtsbäume in deutschen Haushalten aufgestellt. Davon wurden etwa 2 Mio. Bäume importiert. Und all der Aufwand, damit die abgehackten Bäume dann wenige Tage später auf der Straße liegen? Auch hier findet man viele Alternativideen. In der Einzimmerwohnung einer Freundin wird der Baum z.B. in Form von im Wald gesammelten Stöckchen als eine Art Mobile an die Wand über dem Esstisch gehängt. Mit Lichterkette und ein paar Kugeln ist das ein wunderschöner Baumersatz, der jedes Jahr wiederverwendet werden kann! Im Skoobe-Büro hält in den nächsten Tagen eine „Tanne im Topf“ Einzug. In vielen Großstädten werden inzwischen solche Baumlieferungen angeboten, bei denen die Bäume im Topf angeliefert und nach den Feiertagen auch wieder abgeholt werden. Gartenbesitzer dürfen die Tanne natürlich auch gerne behalten und draußen einpflanzen. Hier hält es sich allerdings wie mit Miezekatzen: Einmal Freigänger, immer Freigänger. Eine ausgewilderte Tanne kann man im nächsten Jahr leider nicht mehr ins Haus locken.

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5) Nimm Dir Zeit für Dich!

Puhhh … all diese Tipps und To-Dos. Nimmt das nicht alles sehr viel Zeit in Anspruch? Ja, das Basteln dauert sicherlich etwas länger, als den Baumschmuck in der Stadt zu besorgen oder im Internet zu bestellen. Aber wenn man sich die Kinder, die Mama oder die Freundin einlädt, ein paar Plätzchen auf den Tisch stellt und eine nette Playlist oder ein Hörbuch nebenbei laufen lässt, dann kann das zu einem richtig schönen Nachmittag werden. Und das ist doch der eigentliche Sinn von Weihnachten: Zeit mit den Liebsten zu verbringen und gemeinsam schöne Dinge zu machen, vielleicht sich dabei auch ein bisschen auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vergiss unter all den Vorschlägen aber nicht Dich selbst. Plane Dir in der Adventszeit Abende nur für Dich ein, an denen Du Dir ein Bratapfelschaumbad einlässt und Dich mit Deinem absoluten Lieblingsweihnachtskrimi auf Deine ganz eigene Art auf die Weihnachtszeit einstimmst. Oder möchtest Du lieber in etwas Besinnlicheres hineinschmökern? Dann wirf doch gerne mal einen Blick in „Achtsam durch den Advent“.

Feiere Weihnachten so, wie Du es magst!

Ich für meinen Teil bemühe mich dieses Jahr also, meine Einkäufe auf Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Beim Black-Deal-Sale habe auch ich mir einen kleinen Schnapper gegönnt: Es ist ein Nackenstützkissen geworden, um das ich schon seit Monaten herumschleiche, und das jetzt endlich in meinem Warenkorb gelandet ist. Die Armbanduhr ist dafür aber im Laden geblieben. Ich habe immerhin schon zwei Stück zu Hause, die gut funktionieren und immer noch schick sind. Heute Abend steht mein nächster Bastelabend an. Vom Adventskranzbindekurs mit meiner Freundin sind noch ein paar Zweige übrig, die ich gerne als Fensterdeko weiterverwerten möchte. Ich bin auf einem guten Weg, denke ich, Weihnachten kann kommen.

Wie gestaltest Du Dein Weihnachtsfest nachhaltig(er)? Schreib uns gerne unter service@skoobe.de, Facebook oder Instagram, wir sind gespannt auf Deine Nachricht!

PS: Hast Du schon unseren Pinterest-Account entdeckt? Unter anderem sammeln wir hier weitere Ideen für ein nachhaltiges Weihnachtsfest. Hier gelangst Du zum Pinnbrett „Nachhaltige Weihnachten“. Entdecke gleich ein paar einfache Bastel- und achtsame Buchtipps.

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