Die Sozioprudenz des Verführens. Kierkegaards "Tagebuch des Verführers"

Tim Huyeng

Sozialstrukturforschung

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Buchbeschreibung zu „Die Sozioprudenz des Verführens. Kierkegaards "Tagebuch des Verführers"“

Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Note: 1.3, Universität Koblenz-Landau (Soziologie), Veranstaltung: Theorien der Sozioprudenz, Sprache: Deutsch, Abstract: "Es ist keine Kunst, ein Mädchen zu verführen; aber es ist besonderes Glück, eines zu finden, das der Verführung wert ist" (Kierkegaard 2007, S. 47). Worte wie diese füllen Sören Kierkegaards (1813-1855) Werk „Tagebuch des Verführers“ und eröffnen dem Leser einen intimen Einblick in die Lebenswelt eines geistreichen Verführers. Trotz oder gar aufgrund dieser scheinbar arrogant selbstverliebten Geisteshaltung des Protagonisten kann das 1843 erschienene Buch als ein Meisterwerk der Sozioprudenz angesehen werden. Aber auch im Allgemeinen stellt die Verführung eine der Hauptbetätigungsfelder der Sozioprudenz dar. Grund genug um das Feld der Verführung mit den Methoden der Soziologie beziehungsweise Sozioprudenz zu untersuchen und die Anwendung von klassischen prudentistischen Texten zum Umgang mit Menschen auf das Werk Kierkegaards zu forcieren.

Die Sozioprudenz stellt dabei eine Neuakzentuierung der Soziologie dar, die auf die moderne Dominanz von Sozialmedien, Diplomatie, Service und Interkulturalität reagiert und damit Experten des „komplexen Spektrums zwischen sozialer Konversation und Subversion“ (Albrecht und Fischer 2014) hervorbringt. Die Sozioprudenz wird im Folgenden als Klugheitslehre behandelt, welche dazu befähigt, gesellschaftliche Norme und Konventionen sinnvoll für sich zu nutzen. Durch das Wissen von prudentistischen Klassikern und soziologischer Theorie (Luhmann; Albrecht; Mauss; Plessner; Simmel; Weber) soll die soziale Realität in ständiger Reflexion der eigenen Rolle besser verstanden werden und damit auch mögliche Ausgänge sozialer Situationen bestimmt werden können.

Der Rückgriff auf häufig Jahrhunderte zurückliegende Texte stellt dabei eine besonders spannende Möglichkeit dar, das Spiel um die Gunst eines Alter Egos durch die Brille einer fast epochenunabhängigen Psychodynamik zu betrachten. Schon beim Vergleich unter den „Frauenhelden“ der Geschichte lassen sich immer gleichbleibende Muster und Strategien herausstellen. Egal ob Ovid, Casanova, Johannes in Kierkegaard (2007), Alfie im gleichnamigen amerikanischen Spielfilm von 2004, Julian Kay in The American Gigolo , James Bond oder auch die Protagonisten der amerikanischen Sitcoms „Two and a half man“ und „How I met your mother“ – Charlie Harper beziehungsweise Barney Stinson – sie alle nutzen Formen der Sozioprudenz, welche ihnen einen Vorteil gegenüber ihren Mitstreitern erbringt.

Verlag:

GRIN Verlag

Veröffentlicht:

2016

Druckseiten:

ca. 25


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